Zeitplanung der Bundesländer zu den Schulöffnungen ist realistisch

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Nr. 12/2020

15. April 2020

„Wichtig sind jetzt tatsächlich Augenmaß und Vernunft.“, äußert sich Jürgen Böhm, Bundesvorsitzender des Deutschen Realschullehrerverbands (VDR), zur Verlängerung der Schulschließungen bis zum 4. Mai. Eine übereilte Öffnung der Schulen sei zum jetzigen Zeitpunkt äußerst kritisch zu betrachten. Natürlich sei es verständlich, dass die Menschen zur Normalität zurückkehren wollen. Allerdings brauche es viel Geduld bis die Situation in der Gesellschaft und an den Schulen wieder zur Ruhe komme.

„Die Schulen brauchen eine gewisse Vorlaufzeit, um die Gegebenheiten vor Ort zur prüfen und gegebenenfalls anzupassen“, betont Böhm. Klassen müssten geteilt werden, neue Stundenpläne erstellt, die sanitären Anlagen vorbereitet, die Schülerbeförderung organisiert, Risikogruppen in der Schüler- und Lehrerschaft ermittelt, Schutzmaßnahmen getroffen werden. Die Schulen seien sehr unterschiedlich aufgestellt und bräuchten genügend Zeit für sinnvolle Planungen, um die Gesundheit der Schülerinnen und Schüler und der Lehrkräfte nicht zu gefährden.

„Um diese Planungen nun starten zu können, müssen die Verantwortlichen aber jetzt Zeitvorgaben treffen und klar machen, wie, wann und mit welchen Klassenstufen gestartet werden soll. Nach wie vor halten wir es für absolut vorrangig, die Abschlussschüler zuerst wieder zu beschulen und die geregelten Übergänge qualitativ zu sichern. Das betrifft die Abschlussschüler genauso wie die Schüler am Ende der Grundschule“, fordert der Bundesvorsitzende.

Die Abschlussprüfungen dürften generell nach wie vor nicht in Frage gestellt werden. Manche Bundesländer haben schon mit den Abschlussprüfungen begonnen oder diese sogar schon durchgeführt. „Ein Verzicht auf die Prüfungen würde zu einem enormen und unfairen Ungleichgewicht führen. Zudem seien diese nach wie vor Maßstab für Leistung und Qualität und könnten auch in dieser schwierigen Situation nicht einfach nur „durchgewunken“ werden.

Dass manche Regelungen auf Grund der Infektionssituation länderspezifisch unterschiedlich sein können und sein müssen, dafür plädiert Böhm nach wie vor. „Genau darin zeigt sich doch die Stärke des Föderalismus!“

Ebenso seien die gesetzten Ferientermine ein Pfeiler, der nicht einfach gefällt werden dürfe. Auch wenn die jungen Menschen nun von zu Hause aus lernen, so sind sie doch täglich in schulische Arbeiten eingebunden. Ferien sind gerade auch nach Phasen des Fernunterrichts notwendig, um sich zu erholen und zur Ruhe zu kommen.

„Diese Grundstrukturen, die Übergänge, die Abschlussprüfungen und die festen Ferientermine, bilden ein Gerüst und einen Rahmen, die nicht eingerissen werden dürfen“, bekräftigt Böhm.

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