Wie digital ist Deutschland? Sind wir digital aufgeklärt?

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Nr. 05/2020

„Digitalisierung an den Schulen ist eine Grundvoraussetzung für moderne Bildung“, stellt Jürgen Böhm, Bundesvorsitzender des Deutschen Realschullehrerverbands (VDR) am Rande der Vorstellung des Digital Index der Initiative D21 im Bundeswirtschaftsministerium in Berlin dar.

Dass es eine entsprechende Ausstattung an den Schulen geben müsse und dass mit WLAN und Endgeräten Rahmenbedingungen sofort geschaffen werden müssten, darüber dürften wir in Deutschland laut Böhm eigentlich nicht mehr reden. Es könne nicht sein, dass in unserem Land die digitale Infrastruktur über viele Jahre völlig vernachlässigt wurde. Junge Menschen würden immer noch fahrlässig von digitalen Innovationen abgehängt. „Diese Voraussetzungen sind selbstverständlich und sollten schon lange umgesetzt sein“, bekräftigt Böhm.

Die Fragen seien doch vielmehr, wie wir in der Gesellschaft und in den Schulen mit der Digitalisierung umgehen, wie wir die Jugend fit machen können für den digitalen Alltag. Die Menschen müssten darüber diskutieren, welche Chancen und Risiken sich für unsere demokratische Gesellschaft, für die Wirtschaft und für die Verwaltung unseres Gemeinwesens ergeben.

Die jungen Menschen sehen die Digitalisierung nachweislich als zentrale Aufgabe, die es zu bewältigen gibt. „Die Umfrage zeigt, dass sich drei Viertel aller Jugendlichen dafür interessieren, ihr Wissen im Bereich Computer, Internet und digitale Themen auszubauen. Sie sehen sogar ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt schwinden, wenn sie in Sachen Digitalisierung nicht mithalten können“, fasst Böhm zusammen. Es sei daher eine wesentliche Aufgabe der Schulen, die Schüler fachgerecht vorzubereiten. Sie müssten kritisch, sachkundig und verantwortlich mit digitalen Medien umgehen könnten. Dazu gehörten eine intensive Medienerziehung und Medienbildung, die auch moralische, ethische und demokratische Werte berücksichtige.

Der Bundesvorsitzende warnt davor, die Jugendlichen in Bildungsschubläden zu stecken und sie in niedrige, mittlere oder hohe Bildung einzuteilen. „Es kann nicht sein, dass der Akademisierungswahn in unserer Zeit immer noch eine Rolle spielt, gerade in Bereichen, die die ganze Gesellschaft betreffen. Die heranwachsende Generation muss durchweg und differenziert, auf die digitale Welt vorbereitet werden“, fordert Böhm abschließend.


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