Gute Lehrer haben ihren Preis!

Nr. 25/2018

Ludwigsburg, 01. Oktober 2018

Verband Deutscher Realschullehrer (VDR) fordert erneut, Perspektiven zu schaffen und die Attraktivität des Lehrerberufs zu stärken

 

In Ludwigsburg legte der Bundesvorstand des Deutschen Realschullehrerverbands (VDR) die Schwerpunkte in der aktuellen Legislaturperiode fest. In seiner Tagung fordert der VDR mit seinen 13 Landesverbänden ein klares Bekenntnis zum Beamtenstatus und ein perspektivisches Besoldungskonzept mit Entwicklungs- und Aufstiegsmöglichkeiten.

„Die Attraktivität des Lehrerberufs muss nach wie vor Thema in der Bildungspolitik bleiben, um die Schulen zukunftsfähig zu halten“, fordert Jürgen Böhm, Bundesvorsitzender des Verbands.

„Die jungen Menschen schauen in einer Zeit des demografischen Umbruchs und des Fachkräftemangels genau hin und analysieren ihre beruflichen und persönlichen Perspektiven. Kein Bundesland kann es sich in Zukunft leisten, auch nur auf eine einzige motivierte junge Lehrkraft zu verzichten“, betont Böhm. Diese selbstverschuldete Mangelverwaltung wie sie derzeit besonders in Sachsen und Berlin vorherrsche, führe insgesamt in Deutschland dazu, dass wöchentlich immer noch eine Million Unterrichtsstunden ausfallen.

„So kann man mit der Bildung in unserem Land und den jungen Menschen nicht umgehen“ verdeutlicht der Bundesvorsitzende.

Eine bundesweite Eingangsbesoldung von A13 für alle Lehrkräfte an Realschulen und im Sekundarbereich sei nur ein Baustein, der junge Menschen in den Beruf des Lehrers bringen soll. Die Lehrkräfte leisteten hervorragende Arbeit unter zum Teil schwierigen Rahmenbedingungen. „Immer mehr Aufgaben in unterschiedlichsten Bereichen wie Digitalisierung, Individualisierung und erzieherischen Feldern fordern die Kolleginnen und Kollegen zunehmend,“ macht Böhm klar. Besoldungsrückstände, wie beispielsweise in Rheinland-Pfalz oder im Saarland seien nicht hinnehmbar. Um auf personelle Engpässe an den Schulen reagieren zu können, sei ein klares Bekenntnis der Kultus- und Finanzministerien zu ihren Lehrkräften nötig. Eine kontinuierliche Einstellung mit planbaren Korridoren und perspektivischer Verbeamtung müsse jetzt vollzogen werden. Dazu gehörten auch entsprechende Lehrerreserven an den Schulen, die immer dem einzelnen Schüler zugutekommen und eine hervorragende Möglichkeit für differenzierten Unterricht, Förderangebote und Talentförderung bilden. Eine angemessene Bezahlung sei schließlich auch die Folge einer qualitativ hochwertigen Ausbildung an den deutschen Universitäten. „Lehrerbildung muss von Anfang an differenziert sein und auf die unterschiedlichen Bildungswege abzielen. Nur auf diese Weise können die Lehrkräfte die Schüler optimal und individuell fördern“, erklärt der Bundesvorsitzende.

„Wir brauchen eine bundesweite durch die KMK unterstützte Initiative zur nachhaltigen Gewinnung von Nachwuchs für das Lehramt über alle Schularten hinweg. Junge Menschen müssen sich bewusst für das Lehramt und eine attraktive Tätigkeit an den Schulen entscheiden. Sie brauchen Perspektiven und Herausforderungen an den Schulen, beste Rahmenbedingungen, Entwicklungs- und Gestaltungsmöglichkeiten und keine konstruierten Unsicherheiten“, macht Böhm deutlich.

 

 

Pressekontakt: Waltraud Erndl, Pressesprecherin, erndl@vdr-bund.de, +49 (0)1520 1957242

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