Bildung darf nicht ausgehebelt werden – Schulpflicht ist eine demokratische Errungenschaft

Download als PDF

Nr. 18/2019

19. September 2019

Der Bundesvorsitzende des Deutschen Realschullehrerverbands (VDR), Jürgen Böhm, nimmt zu den geplanten „Klimastreiks“ für Schülerinnen und Schüler klar Stellung: „Umwelterziehung und Klimaschutz sind feste Bestandteile eines zukunftsorientierten und modernen Unterrichts. Die jungen Menschen müssen gerade in der Schule erfahren, wie wir unsere natürlichen Lebensgrundlagen erhalten und aktiv schützen können. Ein sogenannter Streik während der Unterrichtszeit gehört jedoch sicher nicht zu den geeigneten Maßnahmen.“

Dass Umweltschutz und Klimawandel zentrale Themen sind, die gerade die junge Generation bewegt, sei unbestritten.  Lehrkräfte müssen genau diese Themen in verschiedenen pädagogischen, methodischen und didaktischen Formaten aufgreifen  und den Jugendlichen vielfältige Inhalte und Lösungsmöglichkeiten darstellen. Dies hätte im Unterricht während der Schulzeit geschehen. „Wie die jungen Menschen ihre Meinung im Hinblick auf Umwelt außerhalb der Unterrichtszeit zeigen, ist ihre persönliche Angelegenheit. Aber die Schulpflicht, besser das Recht auf Bildung, darf durch solche Aktionen nicht aufgeweicht werden“, bekräftigt Böhm.

Außerdem sei der Begriff eines ‚Streiks‘ ohnehin zu hinterfragen, da dieser genauen Regeln der Tarifpartner unterliege, so der Bundesvorsitzende.

Dem Versuch bestimmter Interessensgruppen, den schulischen Raum politisch zu instrumentalisieren, muss auch im Zusammenhang mit diesem wichtigen Thema vehement entgegengetreten werden.

An die Kolleginnen und Kollegen wendet sich Böhm daher mit folgendem Appell: „Keine Schülerin und kein Schüler darf zu einer Aktion gedrängt werden, die im Zusammenhang mit einer politischen Meinungsäußerung steht und jede Lehrkraft in unserem Land ist verpflichtet sich auf dem Boden des Grundgesetzes zu bewegen“.  

 

 

 

Pressekontakt: Waltraud Erndl, Pressesprecherin VDR, erndl@vdr-bund.de, +49 (0)15201957242

 

Der Verband Deutscher Realschullehrer (VDR) – Verband der Lehrer und Lehrerinnen an Schulen im Sekundarbereich – ist der Dachverband der Lehrerverbände des Realschulwesens und verwandter Schulformen in den Bundesländern.


Er setzt sich für die Förderung und Weiterentwicklung eines vielfältig organisierten Schulwesens in der Sekundarstufe I ein und widmet vor allem der bildungspolitischen Mitte, also den Mittleren Bildungsgängen und Perspektiven sowohl für den beruflichen Einstieg wie auch für studienorientierte Bildungsabschlüsse seine besondere Aufmerksamkeit.


Kategorien:
Politik

Verfügbare Kategorien

Ihre Ansprechpartnerin

Pressesprecherin
Pressesprecherin

Waltraud Erndl
erndl@vdr-bund.de