Wer will die Gemeinschaftsschule als Einheitsschule in Sachsen?

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Nr. 12/2019

29. April 2019

„Dass es bildungspolitische Fehlentwicklungen in so manchem Bundesland gegeben hat, ist das eine. Dass diese Fehler aber wieder neu gemacht werden sollen, grenzt an Einfalt und Ignoranz!“, kommentiert Jürgen Böhm, Bundesvorsitzender des Deutschen Realschullehrerverbands (VDR) den Vorstoß der GEW unter dem Dach eines Bündnisses, in Sachsen eine Gemeinschaftsschule per Unterschriftensammlung einführen zu wollen.

Eine „Bildungshochburg“, wie Sachsen nach der letzten Pisa-Vergleichsstudie von der Welt bezeichnet wurde, niederreißen zu wollen, sei schier unglaublich. Noch vor zwei Jahren wurden die Schülerinnen und Schüler des Freistaats Sachsen über alle Maßen gelobt.  Auch im vergangenen Jahr bestätigte der Bildungsmonitor, eine Vergleichsstudie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) im Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM), den Platz 1 im bundesweiten Vergleich. Das ist eindeutig das Ergebnis differenzierter, leistungsorientierter Bildungsgänge, die am Ende zu qualitativen Schulabschüssen führen.  

„Das sächsische Bildungssystem ist seit 1990 deshalb so erfolgreich, weil es mit seinem differenzierten Schulwesen auf Leistung und Können setzt“, weiß Böhm. Die Lehrkräfte tragen enorm bei zu diesem Erfolg: Seit jeher verlangen die sie viel von ihren Schülerinnen und Schülern. Qualitätsabbau und Kuschelpädagogik standen noch nie ganz oben auf der sächsischen Schulagenda.

„Dass dieses erfolgreiche System nun durch eine ideologiegeleitete Reform zerstört werden soll, ist mir völlig unverständlich! Selbsternannte Bildungsexperten wollen allem ihren Stempel aufdrücken und ruinieren, was erfolgreich ist – nur, weil es nicht ihrer Idee entspricht!“ kritisiert Böhm.

„Mit diesem Konzentrationsprozess auf wenige Gemeinschaftsschulen, wird auch der letzte kleine Oberschulstandort in der Fläche geopfert werden. Wer nicht begreift, dass die Oberschule die passende Antwort auf regionale Bedürfnisse und für mittlere Gemeinden gibt, der wird mit einer Mogelpackung erwachen“, so Petra Müller, stellvertretende Landesvorsitzende des Sächsischen Lehrerverbands.

Völlig an der Realität vorbei gehe die Pseudo-Glorifizierung des DDR-Schulsystems. Wer heute die polytechnische Oberschule der späten DDR zurückmöchte, der vergisst, dass gerade einmal 10 Prozent der Jugendlichen ein Abitur ablegten, dass Inklusion ein Fremdwort war und dass eine freie Entwicklung der Persönlichkeit einer strikten Planwirtschaft geopfert wurde.

„Wir als Interessenvertreter der Lehrkräfte im Sekundarbereich und damit auch als Vertreter der Lehrkräfte an den sächsischen Oberschulen werden alles dafür tun, dass Sachsen so erfolgreich bleiben kann, wie es ist“, schließt der Bundesvorsitzende.

Pressekontakt: Waltraud Erndl, Pressesprecherin VDR, erndl@vdr-bund.de, +49 (0)15201957242


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