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Demokratie muss in der Schule gelebt, vermittelt und offensiv verteidigt werden

Deutscher Realschullehrerverband (VDR) fordert klares Bekenntnis der KMK gegen Denunziationsplattformen – Dienstherren müssen sich vor ihre Lehrkräfte stellen

„Der hohe Wert demokratischer Grundrechte und der Menschenrechte muss gerade aktuell über alle Bildungseinrichtungen hinweg betont werden und einen hohen Stellenwert behalten. Jeglichen Versuchen, diese demokratischen Grundrechte einzuschränken muss vehement entgegengetreten werden. Dazu gehört auch, dass die Dienstherren ihre Lehrkräfte vor Denunziation und willkürlichen Beschimpfungen schützen. Wer Online-Plattformen schafft, um Lehrkräfte einzuschüchtern, verlässt die Grundlagen unseres demokratischen Staatswesens und den Boden unserer Verfassung“, äußert sich Jürgen Böhm, Bundesvorsitzender des Verbandes Deutscher Realschullehrer (VDR) zu Beginn der 363. Sitzung der KMK in Berlin.

Die Kultusministerkonferenz mit den Bildungs- und Kultusministern müsse sich in ihrer Tagung klar zu ihren Lehrkräften bekennen und sie unterstützen, die demokratischen Werte im Unterricht frei und ohne Druck von außen vermitteln zu können.

Bei den stetig steigenden Anforderungen an alle Lehrkräfte, nehmen die Bereiche der politischen Bildung und Werteerziehung aktuell einen enorm wichtigen Platz ein. Alle Lehrkräfte sind permanent fächerübergreifend entscheidende Multiplikatoren für politische Bildung und müssen klare demokratische Positionen beziehen.

Von Gesprächen zu aktuellen politischen Ereignissen über die Vermittlung von Medienkompetenz im Umgang mit „fake news“ bis hin zu den historischen Grundlagen unseres demokratischen Gemeinwesens sind Lehrkräfte bedeutende Ansprechpartner der Kinder und Jugendlichen.

„Wir dürfen unsere Heranwachsenden mit deren Fragen nicht allein lassen. Ereignisse wie aktuelle Krisen, regionale Kriege, der Brexit oder Migrationsbewegungen verunsichern die Jugendlichen. Wir müssen in den Schulen klare Positionen beziehen und dürfen das Feld nicht den Populisten und Antidemokraten überlassen. Dabei benötigen die Lehrkräfte zunehmend mehr Zeit, Raum für Gespräche und Freiräume, um diese Aufgaben erfüllen zu können. On Top zu den bereits bestehenden pädagogischen Aufgaben können das die Kolleginnen und Kollegen nicht leisten“, so Böhm abschließend.

Pressemitteilung in pdf-Format zum Download: PM_181011.pdf


Autor: Waltraud Erndl, Pressesprecherin, erndl@vdr-bund.de, +49 (0)1520 1957242