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Kultushoheit der einzelnen Länder fördert den Wettbewerb

Böhm: Weiterhin gilt: Keine Einmischung des Bundes in Schulstrukturen!

Mit Blick auf den heute in Berlin vorgestellten Koalitionsvertrag äußert sich Jürgen Böhm, Vorsitzender des Verbands Deutscher Realschullehrer (VDR), verhalten optimistisch: „Dass sich CDU, CSU und SPD darauf geeinigt haben, dass die Kultushoheit in der Kompetenz der Länder bleibt, ist absolut richtig. Denn: Bildung ist das Zukunftsthema in Deutschland. Der Bildungsföderalismus in Deutschland und damit der Wettbewerb der Bundesländer untereinander müssen zwingend erhalten bleiben. Für Deutschlands Stärke spielt der mittlere Bildungsabschluss auf Realschulniveau eine nicht zu unterschätzende Rolle.“

Dass der Bund eine Investitionsoffensive auf den Weg bringen möchte, die die Länder bei ihren Investitionen in die Bildungsinfrastruktur unterstützen soll, sei mit Blick auf die zu verbessernde Ausstattung der Schulen mit digitalen Medien grundsätzlich zu begrüßen. „Der Digitalpakt Bildung muss nun endlich auf die Schiene gesetzt werden, ich warne aber davor, dass versucht wird, auf diesem Weg in die Schulstrukturen der Länder einzugreifen“, so Böhm. Es sei klar, dass keine Angleichung der einzelnen Bildungssysteme in den Ländern stattfinden dürfe und die föderalen Strukturen der Bundesrepublik samt der Vielfalt der Bildungswege müssten in jedem Fall gewahrt werden. Auch der Umweg, über wissenschaftliche Studien zu ausgewählten Schwerpunkten vermeintliche bildungspolitische Lösungen für alle Länder durchzusetzen, müsse unterbunden werden. „Finanzielle Unterstützung des Bundes soll aus Sicht des VDR nur in den engen Grenzen des Grundgesetzes für Zukunftsaufgaben wie beispielsweise beim Thema der Digitalisierung projektbezogen und zeitlich befristet möglich sein, um die Sachaufwandsträger zu entlasten“, erläutert Böhm.

Ein gesunder Wettbewerb fördere die Leistungsfähigkeit sowohl der Schüler als auch der einzelnen Länder untereinander und trage außerdem der Tatsache Rechnung, dass die Menschen in Deutschland nach realistischen statt ideologisch motivierten Antworten verlangten. Nur mit einem gesunden Wettbewerb, Vielfalt und Differenzierung könnten junge Menschen bestmöglich auf eine erfolgversprechende berufliche wie auch private Zukunft vorbereitet werden, so Böhm weiter.

Pressemitteilung in pdf-Format zum Download: PM_180207.pdf

Autor: Pressekontakt VDR: VDR-Geschäftsstelle: 089 55 38 76