zurück
Realschulabschluss bundesweit nachgefragt - Weitere Stärkung ist dringend erforderlich!

Als Basis für ein erfolgreiches Berufsleben und als Garant für weitere Anschlüsse muss der Fokus der Bildungspolitik wieder verstärkt auf die Qualität des Realschulabschlusses gelegt werden
Berlin. Deutschlandweit ist der Realschulabschluss ein immer nachgefragterer allgemeinbildender Schulabschluss. So verlassen laut einer aktuellen Statistik allein in Hessen 41 Prozent der Schülerinnen und Schüler die Schule mit einem Realschulabschluss.
„Immer deutlicher wird, dass gerade die Qualität des Realschulabschlusses entscheidend für eine zukunftsgerichtete Bildungspolitik ist. Die Menschen in unserem Land haben den Wert der qualitativen mittleren Bildung erkannt und die Wirtschaft sucht händeringend qualifizierte und ausbildungsreife junge Menschen für immer anspruchsvollere Ausbildungsgänge. Zunehmend erkennen auch die Verantwortlichen in unserem Land, dass die einseitige Orientierung auf akademische Abschlüsse und dem „Abitur für alle“ in eine Sackgasse geführt hat“, erklärt Jürgen Böhm, der Bundesvorsitzende des Verbandes Deutscher Realschullehrer nach Gesprächen mit den Kultusministern in Rheinland-Pfalz (Dr. Stefanie Hubig, SPD) und Sachsen (Christian Piwarz, CDU) in dieser Woche. Böhm zeigt sich sehr erfreut, dass Rheinland-Pfalz ganz aktuell mit einer gezielten Informationskampagne auf die Aufstiegsorientierung durch den Realschulabschluss hinweist. „Die aktuelle ‚Woche der Realschulen plus‘ zeigt mir, dass dieser anerkannte Abschluss von der Politik endlich wieder den Stellenwert erhält, den er verdient.“ Auch die Tatsache, dass Sachsen endlich über die Verbeamtung von Lehrkräften diskutiert, nehme man positiv wahr.
Böhm führt weiter aus: Wer es mit individueller Förderung und erfolgreich gestaltbaren Bildungsbiographien ernst meine, der komme an der Stärkung der Realschule, der mittleren Bildung und des Realschulabschlusses nicht vorbei. Die Bevölkerung in Deutschland sehe in einem qualitativ gestärkten Realschulabschluss mittlerweile eine hervorragende Ausgangsbasis für vielfältige Berufs- und Karrierechancen. Allein in Bayern und Baden-Württemberg sehen laut FORSA-Umfragen von 2015 und 2017 neunzig Prozent der Bevölkerung in einem Realschulabschluss eine hervorragende Basis für das spätere Berufsleben.
„In den kommenden Jahren muss in Deutschland der Realschulabschluss weiter zu einem wirklichen Qualitätssiegel ausgebaut werden. Dabei ist es an den einzelnen Ländern, Wege zu finden, den Realschulabschluss mit der notwendigen Bildungsqualität auszugestalten und Rahmenbedingungen zu finden, dass die Heranwachsenden beste Lern- und Entwicklungsbedingungen vorfinden. Einheitslösungen, Einheitsschulen, das Absenken der Bildungsqualität und die Verleugnung differenzierter Bildungswege müssen endgültig der Vergangenheit angehören“, so Böhm heute in Berlin.

Pressemitteilung in pdf-Format zum Download: PM_180126.pdf

Autor: Pressekontakt VDR: VDR-Geschäftsstelle: 089 55 38 76