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Qualität und realistische Ausrichtung der Bildung ist an den Grundschulen dringend erforderlich

VDR-Bundesvorsitzender Jürgen Böhm zum IQB-Bildungstrend 2016: „Qualität braucht klare Anforderungen – nur mit differenzierten Bildungswegen und gut ausgebildeten Lehrkräften sind sämtliche Herausforderungen
zu bewältigen“

Der VDR-Bundesvorsitzende Jürgen Böhm sieht die Ergebnisse des Bildungstrends 2016 als Alarmsignal, aber auch als Handlungsaufforderung: „Die bestmögliche Ausbildung der Schüler muss immer im Fokus der Arbeit an den Schulen stehen. Gerade in den Bundesländern, in denen in den vergangenen Jahren bildungspolitische Experimente auf Kosten von Qualität und Leistungsanforderungen gemacht wurden, müssen nun die Weichen dringend wieder realistisch gestellt werden – denn bereits in der Grundschule ist eine realistische Bildungspolitik vonnöten“, äußert sich Böhm. Nach 2011 prüfte der IQB-Bildungstrend nun zum zweiten Mal, inwieweit Schüler am Ende der 4. Jahrgangsstufe in den Fächern Deutsch und Mathematik die länderübergreifend vereinbarten Bildungsstandards erreichen. Die Ergebnisse seien ernüchternd, so Böhm. Im Bundesdurchschnitt konnten die 2016 getesteten Viertklässler schlechter lesen, zuhören und rechnen als Gleichaltrige im Jahr 2011, in einigen Bundesländern sogar deutlich schlechter. Erneut bergab im Vergleich zu 2011 ging es für Baden- Württemberg, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen, dramatische Verschlechterungen gibt es in Bremen, wo ein Großteil der Schüler nicht einmal die Minimalanforderungen erreicht. Böhm fordert in diesem Zusammenhang die Abkehr von ideologisch motivierten Vereinheitlichungstendenzen in der Bildung. „Kinder wollen gefordert und gefördert werden, sie möchten Leistungen erbringen. Wer in den vergangenen Jahren Leistungskriterien geopfert und ignoriert hat, wer sich realistischen Leistungsdiffernzierungen entzogen hat, der steht heute in einigen Bundesländern vor einem bildungspolitischen Scherbenhaufen“, so Böhm weiter. „Differenzierte, am einzelnen Heranwachsenden orientierte Wege, eine klare schulartspezifische Ausbildung der Lehrkräfte sowie ausreichend und motiviertes Personal an den Schulen sind die wichtigste Voraussetzung dafür, Qualitätsstandards zu erhalten bzw. wieder zu etablieren. Nur so wird es gelingen, die Herausforderungen einer zunehmend heterogen zusammengesetzten Gesellschaft zu bewältigen, nur so kann das bildungspolitische Ruder wieder herumgerissen werden“, betont der VDR-Bundesvorsitzende.

Pressemitteilung in pdf-Format zum Download: PM_171013.pdf

Autor: Pressekontakt VDR: VDR-Geschäftsstelle: 089 55 38 76