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"Qualität mittlerer Schulabschlüsse zukunftsorientiert sichern"

6. gemeinsame Fachtagung von ZDK und VDR im Schülerlabor der Frankfurter JWG-Universität und in der Hessischen Landesfachschule des Kfz-Gewerbes

Auf ihrer jüngsten gemeinsamen Fachtagung vom 20./21. März in Frankfurt am Main beschäftigten sich Vertreter des Zentralverbandes des Kfz-Gewerbes (ZDK) und Funktionsträger aus nahezu allen Landesverbänden des Deutschen Realschullehrerverbandes (VDR) mit den Ausbildungszielen und -voraussetzungen gewerblich-technischer, aber auch kaufmännischer Automobilberufe. In den betrieblichen Bereichen – so die übereinstimmend geäußerte Erfahrung aller Teilnehmer und Teilnehmerinnen – nehme durch Digitalisierung und technischen Fortschritt die Dynamik des Wandels zu. Darauf müssen sich auch Schulen einstellen. Bildungspolitik und Sachleistungsträger sind gefordert, dafür bestmögliche Voraussetzungen zu schaffen.

In der Landesfachschule des Kfz-Gewerbes in Frankfurt am Main vermittelten Schulleitung und Ausbilder ihren Besuchern im Rahmen eines Rundgangs durch die Lehrwerkstätten ein realistisches Bild von den Anforderungen, wie sie aktuell in der Kfz-Mechatroniker-Ausbildung üblich sind. Dazu gehören für die Auszubildenden zum Beispiel strategisches Vorgehen bei der Fehlersuche an Fahrzeugen in Kombination mit digitaler Mess- und Prüfsoftware sowie die Begründung und Vorstellung ausgewählter Lösungen im Team. Ein Besuch im Schülerlabor der Frankfurter Johann-Wolfgang-v.-Goethe-Universität zeigte außerdem Möglichkeiten auf, unter wissenschaftlicher und didaktischer Anleitung die Motivation von Schülern und Schülerinnen für naturwissenschaftliche Fragestellungen realitätsnah zu entwickeln und zu sichern.

In einem Grußwort appellierte der VDR-Bundesvorsitzende Jürgen Böhm an die Tagungsteilnehmer, der Ausbildungsfähigkeit künftiger Auszubildender aus dem Sekundarbereich I verstärkte Aufmerksamkeit zu widmen. Böhm wörtlich: „Wichtiger denn je ist es, die Qualität der mittleren Bildungsabschlüsse und vor allem des Realschulabschlusses zu gewährleisten. Dazu zählt mit Sicherheit eine Stärkung der differenzierten Schularten und Bildungsgänge, die die Schüler – gerade auch im Kfz-Gewerbe – über die berufliche Bildung in zukunftsorientierte Berufsfelder führen.“

Die gewonnenen Beobachtungen und Erfahrungen bestärkten die Vertreter aus Schulen und Kfz-Gewerbe, gegenüber in Verantwortung stehenden Bildungspolitikern klare Forderungen zu erheben, ohne deren Erfüllung der Übergang von allgemein bildenden Schulen in die berufliche Bildung Gefahr läuft zu misslingen. Unverzichtbar sind zum einen eine vorausschau-ende, fachspezifische, MINT-Fächer ausdrücklich berücksichtigende Lehrkräfteausbildung, wodurch auf die Einstellung von sog. Seiteneinsteigern verzichtet werden kann, zum anderen zeitgemäß mit IT-Equipment ausgestattete Schulen und schließlich die Vorhaltung von Lehrkräftereserven an den einzelnen Schulen, um Schulentwicklung und Fortbildungsmaß-nahmen innerhalb eines Kollegiums personell abzusichern.

Außerdem waren sich alle Teilnehmer einig, dass Kooperationen von Schule und Betrieb im Hinblick auf qualifizierte Schülerpraktika innerhalb der Berufsorientierung immer wichtiger werden, um Schülern die Möglichkeit zu geben, frühzeitig in den Berufsalltag hineinzuschnuppern. Der Teilnehmerkreis sprach sich dafür aus, auf beiden Seiten für dieses Thema zu sensibilisieren.

v.i.S.d.P.: Karlheinz Kaden

Pressemitteilung in pdf-Format zum Download: PM_170321.pdf

Autor: Pressekontakt VDR: VDR-Geschäftsstelle: 089 55 38 76