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Überflüssige G8/G9-Diskussion geht an den wirklichen Bildungsfragen in Baden-Württemberg vorbei

Petition zur Wahlfreiheit G8/G9 an den Gymnasien wird vom Realschullehrerverband nicht unterstützt – Vielfältige Aufstiegsmöglichkeiten über Realschule und berufliche Schulen können nicht einfach ignoriert werden

„Die Menschen in Baden-Württemberg haben längst erkannt, dass die Diskussion über Schulstrukturen an den wirklichen Problemen in der Bildungsdiskussion vorbei geht. Ohne Not wird nun erneut eine Debatte eröffnet, die längst erledigt schien. Sinnlose Grabenkämpfe über den Weg zum Abitur müssen Bestrebungen hin zu sinnvollen differenzierten Bildungsangeboten, zu realistischen Anschlüssen innerhalb einer Bildungsbiografie und der wirklichen Vorbereitung auf die berufliche Zukunft der Heranwachsenden weichen“, so Jürgen Böhm, Bundesvorsitzender des Verbandes Deutscher Realschullehrer (VDR).

Die Chance, nach neun Schuljahren auch ein Abitur zu erreichen, ist in Baden-Württemberg bereits hervorragend ausgebaut und bewährt. „Dieser Weg ist vielfach erprobt und überaus tragfähig für unsere Abgänger mit dem Realschulabschluss, daran werden wir auch künftig ohne Abstriche festhalten“, betont die Landesvorsitzende des Realschullehrerverbandes RLV-BW, Irmtrud Dethleffs-Niess. „Viele berufliche Karrieren haben in diesem Bildungsweg ihren Ausgangspunkt. Der Aufstieg aus Realschulen hinein in Berufliche Schulen sowie Berufliche Gymnasien bildet ein tragfähiges Zukunftsmodell und gibt zeitgemäß Antwort auf gesellschaftliche Herausforderungen und stetige Veränderungen in der Berufs-und Arbeitswelt“, so die Landesvorsitzende weiter.

Beide Vorsitzenden sind sich darin einig, dass es für Kinder und Jugendliche gerade in Baden-Württemberg schon heute verschiedene Wege hin zum persönlichen Glück und zum beruflichen Erfolg gibt. Ein schulischer „Königsweg“ existiert dabei nicht. Letztendlich wird die Zukunft zeigen, dass es in unserer sich rasant entwickelnden Gesellschaft darauf ankommt, individuelle Wege und Anschlüsse für den einzelnen Menschen vorzuhalten. „Eine einseitige Orientierung der Bildung auf einen rein akademischen Weg, die Absenkung der Qualität von Abschlüssen, die Ignoranz der Unterschiedlichkeit des Individuums oder die Überheblichkeit gegenüber beruflichen Bildungsbiografien ist dabei weder klug noch modern und schon gar nicht zukunftsorientiert“, so Dethleffs-Niess und Böhm übereinstimmend.


Pressemitteilung in pdf-Format zum Download: PM_160502.pdf

Autor: Pressekontakt RLV-BW: Irmtrud Dethleffs-Niess 07042/240 87, Pressekontakt VDR: Jürgen Böhm mobil 0151/117 155 89