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Mehr gezielte differenzierte Förderung für lernschwache Schüler

OECD-Auswertung macht erhöhten Bedarf an „integrierten Lehrerreserven“ deutlich

„Die Zahl leistungsschwacher Schüler in Deutschland könnte noch geringer sein, wenn an den Schulen die entsprechenden Rahmenbedingungen gegeben wären“, ist sich der Vorsitzende des Verbands Deutscher Realschullehrer, Jürgen Böhm, sicher. Die aktuellen Ergebnisse der PISA-Sonderauswertung zeigten zwar eine Verbesserung seit 2003, dennoch habe immer noch ein zu großer Teil der Jugendlichen erhebliche Defizite bei den Grundkenntnissen in Mathematik, Lesen und Naturwissenschaften.

„An den Realschulen und Schulen des mittleren Bildungsgangs in Deutschland laufen bereits umfangreiche Maßnahmen, um lernschwächere Schüler individuell zu fördern und Wissenslücken auszugleichen“, macht Böhm deutlich. In diesem Bereich könnten jedoch noch viel mehr Angebote entstehen, wenn das entsprechende Lehrpersonal zur Verfügung stände: „Wenn es aus unterschiedlichsten Gründen in der Schule schlecht läuft, fehlt Kindern und Jugendlichen oft die entsprechende Unterstützung aus dem Elternhaus. Und den Stoff alleine zu vertiefen, überfordert viele. Gäbe es mehr zusätzliche Förderung über den normalen Unterricht hinaus, könnte man viel bewegen!“

Integrierte Lehrerreserven bringen Flexibilität und Entlastung

Am effektivsten erscheint dem VDR-Chef eine bessere Ausstattung der Schulen mit einer sogenannten „integrierten Lehrerreserve“. Das bedeutet, dass jede Schule eine Lehrkraft bzw. einzelne Stunden mehr zugeteilt bekommt, als zur eigentlichen Sicherstellung der Unterrichtsversorgung nötig wäre. Wenn ein Kollege beispielsweise erkrankt, kann dieser Ausfall schnell und unkompliziert ausgeglichen werden. Ansonsten kann die zusätzliche Lehrkraft eingesetzt werden, um schwächere Schüler gezielt zu fördern.

„On Top können die Kollegen die vielfältigen Aufgaben nicht mehr bewältigen. Vor allem in Schularten, die keine klaren differenzierten Bildungsgänge anbieten und ohne sinnvolle Leistungsdifferenzierung arbeiten, kann individuelle Förderung kaum noch gelingen. Das zeigen die nationalen PISA-Ergebnisse seit Jahren“, so Böhm.

Pressemitteilung in pdf-Format zum Download: PM_160211.pdf

Autor: Karolina Mahrla