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Schule hat die Schlüsselfunktion bei der Integration von Flüchtlingen

VDR-Bundesvorstand mahnt auf seiner Herbsttagung fehlendes Rahmenkonzept an

Auf seiner Herbsttagung am vergangenen Wochenende in Weimar kritisierte der Verband Deutscher Realschullehrer (VDR) das Fehlen eines zwischen Bund, Ländern und Kommunen abgestimmten Rahmenkonzepts zur Aufnahme und Integration jugendlicher Kriegsflüchtlinge und Migranten in Deutschland. Dies führe in den Schulen und Betreuungseinrichtungen zu einer erheblich niedrigeren Effizienz von Maßnahmen sowie langfristig zur Demotivation von Lehrkräften und des Betreuungspersonals. „Während der vergangenen Monate hatte man wiederholt den Eindruck, dass Politik und Verwaltung, in Unkenntnis der Kapazitäten, Aufgaben und Verantwortung einfach „nach unten“ auf die nachgeordneten Einrichtungen durchreichen“, sagte der Bundesvorsitzende Jürgen Böhm.

Mit ihrem „Weimarer Aufruf“ fordert der VDR die Politik und Exekutive nun auf, umgehend Rahmenkonzepte mit klaren organisatorischen Strukturen und abgestimmten Verwaltungsabläufen vorzulegen. Im Einzelnen sei in solchen Konzepten die Beherrschung der deutschen Sprache als Grundvoraussetzung für erfolgreiche Integration sicherzustellen. Dazu kämen Wissen und Anerkennung der gesellschaftlicher Normen in Deutschland und die Befähigung, sich in beruflichen Ausbildungsgängen zu bewähren. Um diese Vorgaben sicher erfüllen zu können, benötigten die Schulen in allen Bundesländern professionell für diese Aufgabe vorbereitete Lehrkräfte, Schulsozialarbeiter und eine entsprechende Zahl von Helfern und Paten. Diese sollten vor Ort für die Betreuung Einzelner und kleiner Gruppen zur Verfügung stehen. „Der Schule“, begründete Böhm die Forderungen seines Verbandes, „kommt in dieser Situation eine Schlüsselposition zu. Ihre personelle und sachliche Ausstattung entscheidet an herausgehobener Stelle mit darüber, ob Integration gelingt oder scheitert.“

Folgende Schritte gehören aus Sicht des VDR zu einer erfolgreichen Integration:

1. Schritt: Das Erlernen der deutschen Sprache und das Sich-vertraut-machen mit der europäischen Kultur und ihrer Gesellschaft in entsprechenden Lerngruppen

2. Schritt: Die Feststellung der Potenziale der Kinder und Jugendlichen

3. Schritt: Die Integration in die entsprechenden differenzierten Schularten,

Bildungsgänge oder in die duale Berufsausbildung

Ferner müsse berücksichtigt werden, dass Flüchtlingskinder oft durch traumatische Erlebnisse in ihrer Heimat oder auf dem Weg nach Deutschland belastet sind. Das erfordert einen leistungsfähigen schulpsychologischen Dienst und personelle Ressourcen.

„Undurchdachte Integrationsmaßnahmen und Konzeptlosigkeit führen letztlich nicht zum Erfolg und bergen die Gefahr der Entwicklung von Parallelgesellschaften“, so der Bundesvorsitzende.

Pressemitteilung in pdf-Format zum Download: PM_151130.pdf

Autor: Karolina Mahrla