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Ist die Sekundarschule das Stiefkind der Landesregierung?
(Gemeinsame Presseerklärung des Sekundarschullehrerverbandes des Landes Sachsen-Anhalt e.V. und des VDR vom 12.05.2015)

Organisationserlass des Kultusministeriums verschlechtert einseitig die Unterrichtssituation an den Sekundarschulen in Sachsen-Anhalt.

„Hier wird auf dem Rücken der Schüler und der Lehrkräfte an den Sekundarschulen saniert und eingespart. Man muss annehmen, dass die Sekundarschule zu Gunsten der Gemeinschaftsschule demontiert werden soll.“ So kommentiert die Landesvorsitzende des Sekundarschullehrerverbands Sachsen-Anhalt, Claudia Diepenbrock, den Organisationserlass des Kultusministeriums.

Die Sekundarschule soll es laut Kultusministerium in Magdeburg aus „eigener Kraft“ schaffen, die Unterrichtssituation zu schultern. Fahrlässig nimmt man Kürzungen der Stunden auch in Kernfächern in Kauf. Wahlpflichtkurse an den Sekundarschulen werden abgeschafft, der Förderunterricht auf ein Minimum begrenzt und selbst die Unterrichtsstunden für den „gemeinsamen Unterricht (Inklusion)“ werden zusammengeschnitten. Notfalls könne man nach Aussage des Erlasses an den Sekundarschulen den Klassenteiler heraufsetzen und die Pflichtstundenzahl der Lehrer erhöhen.

„Die Landesregierung missachtet mit ihren Plänen vorsätzlich die hervorragende Arbeit der Lehrkräfte an den Sekundarschulen und benachteiligt alle Schülerinnen und Schüler dieser Schulart. Angesichts des Fachkräftemangels im Land ist dies der absolut falsche Weg“, unterstützt Jürgen Böhm, Bundesvorsitzender des Dachverbandes VDR, die Landesvorsitzende des SLV.

Gerade die differenzierte Förderung an den Sekundarschulen ermögliche eine zielgerichtete Vorbereitung der jungen Menschen auf das Berufsleben. Die Landesregierung müsse endlich die Individualität der Schüler anerkennen und sich von unrealistischen Gleichheitsphantasien verabschieden, so Böhm. Die Sekundarschule besitze eine entscheidende Gelenkfunktion für den Übergang der jungen Menschen ins Berufsleben oder in weiterführende Bildungsgänge.

Statt die Gemeinschaftsschule zu bevorzugen, fordert der Sekundarschullehrerverband:

- ausreichende Lehrkräfte für die Sekundarschulen, damit alle Schüler (Hauptschüler, Realschüler, GU-Schüler und Kinder mit Migrationshintergrund) gezielt gefördert und unterrichtet werden können.

- eine integrierte Lehrerreserve von 105% des Stundenbedarfs für alle Grundschulen, Gymnasien und Sekundarschulen, um dem Unterrichtsausfall entgegenwirken zu können.

Pressemitteilung in pdf-Format zum Download: PM_150512.pdf

Autor: Karlheinz Kaden, Pressesprecher