zurück
Fachkräftediskussion: „Wer Realschulen schwächt, schwächt Wirtschaftsstandorte in Bayern und Baden-Württemberg“

· Realschullehrerverbände warnen davor, Realschulen zu ersetzen oder zu verwässern

· Weit überwiegende Mehrheit (89 Prozent) findet Realschulen wichtig und sehr wichtig, belegt vorgestellte Forsa-Umfrage

· Wirtschaftsvertreter, Lehrer und Politiker debattieren auf dem Zweiten Süddeutschen Realschultag unter dem Motto „Realschüler – Die Fachkräfte der Zukunft“



Jeder Versuch, die Realschule in Bayern und Baden-Württemberg zu ersetzen oder zu verwässern ist ein Schlag gegen die industriell und mittelständig geprägten Wirtschaftsstandorte im Süden. Die Realschullehrerverbände in Bayern (brlv) und in Baden-Württemberg (RLV-BW) forderten deshalb Bildungspolitiker beider Bundesländer auf, die Schulform inhaltlich zu stärken. Diese Botschaft sandten sie gemeinsam mit Vertretern aus der Wirtschaft auf dem Zweiten Süddeutschen Realschultag in Ulm am heutigen Freitag.

Der Realschullehrerverband Baden-Württemberg und der Bayerische Realschullehrerverband verweisen in den auf der Veranstaltung vorgestellten „Ulmer Grundsätzen“ darauf, dass das bewährte und hoch anerkannte Bildungskonzept der Realschulen die richtigen Antworten hat auf den sich abzeichnenden Fachkräftemangel in Süddeutschland.

Keine einseitige Orientierung auf akademische Bildung

Gerade die Verknüpfung von Theorie und Praxis, der hohe Anwendungsbezug sowie die klare Berufsorientierung schaffen qualifizierte Absolventen, die in Industrie und Handwerk so dringend benötigt werden. Eine einseitige Orientierung junger Menschen allein auf akademische Bildung führt zu Fehlqualifikationen und setzt falsche Anreize.

Eine vorab veröffentlichte und in Ulm vorgestellte repräsentative Forsa-Umfrage sieht die Bevölkerung in Bayern und Baden-Württemberg an der Seite der Realschulen. Demnach findet die weit überwiegende Mehrheit der Menschen (89 Prozent) die Schulbildung an Realschulen wichtig beziehungsweise sehr wichtig, um dem wachsenden Fachkräftemangel zu begegnen. 90 Prozent finden die Verknüpfung von Theorie und Praxis im Schulunterricht wichtig und sehr wichtig. 95 Prozent der Menschen zählen der Umfrage zufolge die Vorbereitung aufs Berufsleben zu einer der wichtigsten Aufgaben der Schule.



Für die Vorsitzende des Realschullehrerverbands Baden-Württemberg, Irmtrud Dethleffs-Niess, ist die Studie ein eindeutiger Beleg für die hohe Anerkennung der Realschulbildung in ihrem Bundesland: „Die Wertschätzung der Realschulen in Baden-Württemberg ist enorm. Das gilt nicht nur für die Bevölkerung, auch aus der Wirtschaft kommen klare Signale. Diese Tatsachen kann die Politik nicht ignorieren. Deshalb werden wir auch in Zukunft für den Erhalt der Realschulen und ihrer hohen Ausbildungsqualität kämpfen.“

„Die Menschen wollen die Realschule als eigenständige Schulart“

Jürgen Böhm, Vorsitzender des bayerischen Realschullehrerverbands und des Verbands Deutscher Realschullehrer, appelliert ebenfalls an die Politikvertreter: „Wer die Realschulen schwächt, schwächt zugleich die Wirtschaftsstandorte in Bayern und Baden-Württemberg. Die Menschen wollen die Realschule als eigenständige Schulart. Darum sollte man sie inhaltlich weiterentwickeln statt strukturell an ihr herumzubasteln.“

Der Süddeutsche Realschultag fand zum zweiten Mal statt. In diesem Jahr standen die Bedeutung der Realschulen für die Sicherung des Fachkra¨ftebedarfs im Mittelpunkt der Diskussionen. In diesem Rahmen wurden auch Leuchtturmprojekte baden-württembergischer und bayerischer Kooperationen zwischen Schule und Wirtschaft vorgestellt. Vertreter aus den Recruitingabteilungen der Airbus Group und mittelständiger Unternehmen haben ihre Strategien zur Nachwuchsgewinnung vorgestellt und Bildungspolitiker aus Bayern und Baden-Württemberg diskutierten in einer Podiumsdiskussion mögliche Lo¨sungsansa¨tze. Organisatoren der Tagung sind der bayerische und der baden-württembergische Realschullehrerverband sowie der Verband Deutscher Realschullehrer.

Bitte beachten Sie die Sperrfrist: Freitag, 17. April 2015, 16.00 Uhr!

Pressemitteilung in pdf-Format zum Download: PM_150417.pdf

Autor: Karlheinz Kaden, Pressesprecher