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Eine Lehre kann nicht das Ziel einer gymnasialen Oberstufe sein! -
Bundesbildungsministerin Wanka zieht falsche Schlüsse aus verfehlter Bildungspolitik

Unüberlegte Schulstrukturveränderungen und verfehlte Bildungspolitik mit dem einseitigen Streben nach hohen Abiturientenquoten zeigen negative Folgen für unsere Jugend, die Bildungsqualität und bei der Fachkräftegewinnung

„Die einseitige Orientierung auf die Steigerung der Abiturquote, wie dies in einigen Bundesländern seit Jahren betrieben wird, zeigt nun erste gravierende negative Folgen. Die Vernachlässigung der differenzierten Bildungsgänge in den vergangenen zehn Jahren und undurchdachte Vereinheitlichungstendenzen führten vorhersehbar zu einem Profil- und Qualitätsverlust der Schularten im gesamten Sekundarbereich, auch und gerade beim Gymnasium. Es ist an der Zeit, die Talente unserer Kinder so zu fördern, dass diese erfolgreich ihr Leben und ihre berufliche Zukunft gestalten können“, kommentierte der Bundesvorsitzende des Verbandes Deutscher Realschullehrer, Jürgen Böhm, die Aussage der Bundesbildungsministerin, dass Abiturienten eine Lehre machen sollten.

Angesichts der erschreckend hohen Studienabbrecherquoten und der bundesweit fehlenden Fachkräfte müsse endlich ein Umdenken in den Kultusministerien einsetzen. Viele Jugendliche seien augenscheinlich in den vergangenen Jahren fehlgeleitet worden und stünden teilweise mit Mitte Zwanzig vor den Scherben einer gescheiterten Bildungsbiographie. Man dürfe nicht nur im Regierungsprogramm die duale Berufsausbildung loben und zum deutschen Exportschlager erheben, man müsse auch in der Bundesrepublik und den einzelnen Ländern alles zur qualitativen Stärkung der Mittleren Bildungsgänge als Basis der Beruflichen Bildung tun. Eine Diskussion über die Länge der Gymnasialzeit helfe dabei nicht wesentlich weiter. Es komme darauf an, das Profil der jeweiligen Schularten zu stärken und zu deren ursprünglichem Selbstverständnis zurückkehren. Dieses lag bisher beim Gymnasium darin, auf ein Hochschulstudium vorzubereiten.

„Der Ruf nach der erfolgreichen Realschule und den Realschulabsolventen wird in der Wirtschaft, im Handwerk und in den Ländern, die diese Schulart beseitigt haben, mittlerweile immer lauter“, gibt Böhm zu bedenken.

Pressemitteilung in pdf-Format zum Download: PM_140428.pdf

Autor: Karlheinz Kaden, Pressesprecher