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Eindeutiges Bekenntnis der Bevölkerung zur Realschule in Baden-Württemberg
VDR-Presseerklärung vom 27.01.2014 zur dimap-Studie zur Zukunft der Realschule in Baden-Württemberg

Klare Absage an Schulstrukturexperimente und hohes Vertrauen in die Bildungsqualität an den Realschulen

„Es überrascht nicht, dass die Realschulen in Baden-Württemberg bei den Menschen im Land derart hohe Zustimmungswerte erreichen. 86 Prozent der Bevölkerung attestieren der Realschule ein sehr gutes oder gutes Ansehen und 90 Prozent sehen in den Realschulen die Schulart, die für die Unternehmen des Landes den erforderlichen Fachkräftenachwuchs heranbildet, da gerade diese Schulart junge Menschen nachweislich hervorragend auf das Berufsleben vorbereitet und beste Übergangsmöglichkeiten in verschiedenste Berufsfelder bietet“, kommentiert der Bundesvorsitzende des Verbandes Deutscher Realschullehrer, Jürgen Böhm, die Ergebnisse der jüngst veröffentlichten Studie des dimap-Instituts.

Die herausragende positive Bewertung der Realschule bei der Vorbereitung auf qualifizierte berufliche Tätigkeiten sind ein Beleg dafür, dass dort hervorragende Bildungsarbeit geleistet wird und die Schülerinnen und Schüler, die Eltern bzw. die Ausbildungsbetriebe mit den Realschulen sehr zufrieden sind. Eine hohe Skepsis der Menschen lässt sich in der Studie dagegen gegenüber der seit 2011 durch die grün-rote Landesregierung eingeführte Gemeinschaftsschule erkennen. So werden den Realschulen im Land gegenüber den Gemeinschaftsschulen deutlich höhere Zustimmungswerte bei der Vermittlung einer soliden allgemeinen Bildung (70% zu 16%), bei der Möglichkeit der weiteren schulischen Qualifikation (74% zu 15%) und der Möglichkeiten des beruflichen und sozialen Aufstiegs (64% zu 21%) zugewiesen.

„Die Familien setzen eindeutig auf differenzierte Bildungswege, die den jungen Menschen viele Möglichkeiten der Entwicklung bieten. Dabei wird sehr großer Wert auf qualifizierte Abschlüsse gelegt, die vielfältige Anschlüsse in Schule und Beruf ermöglichen. Es ist für die Zukunftsfähigkeit unseres gesamten Landes von größtem Nachteil, Kinder zu über- oder zu unterfordern und individuelle Begabungen und Fähigkeiten zu ignorieren. Wer alle Kinder zum Abitur drängen möchte und Eltern vorgaukelt, dass in Einheitsschulen alle Probleme gelöst werden, wird erleben, dass uns künftig die Fachkräfte fehlen, dass die Studienabbrecherquoten weiter wachsen und dass die mittelständischen Unternehmen in Handwerk und Industrie als tragende Säule des Landes weiter geschwächt werden“, ergänzt Böhm.

Die Umfrage zeige, dass die Menschen klar zu einer modernen Realschule stehen. Die Schulart Realschule biete durch ihr differenziertes Theorie-Praxis-Konzept ein enormes Entwicklungspotential, um den Herausforderungen der Zukunft zu begegnen.

„Die Studie ist ein Warnschuss an alle Bildungspolitiker, auch über Baden-Württemberg hinaus. Die Idee und die Qualität der Realschule sind fest in den Köpfen der Menschen verankert und keiner Schulstrukturreform und keiner neu geschaffenen Schulart im Sekundarbereich I ist es bisher gelungen, die Qualitätswerte der Realschulen zu erreichen“, so der VDR-Bundesvorsitzende abschließend.

Pressemitteilung in pdf-Format zum Download: PM_140127.pdf

Autor: Karlheinz Kaden, Pressesprecher