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Jugendliche brauchen zukunftsorientierte MINT-Bildung an unseren Schulen

DL-Lehrerverbände fordern in Berlin bundesweiten Dialogkreis „MINT", um Standort Deutschland und drohenden Fachkräftebedarf zu sichern

„Deutschland steuert auf eine riesige Fachkräftelücke im Bereich der sogenannten MINT-Berufe hin. Dabei kommt es darauf an, dass man sich nicht nur einseitig auf akademische Berufe und Karieren orientiert. Gerade die qualifizierten Fachkräfte, die ein berufliche Ausbildung durchlaufen, haben beste Zukunftschancen und werden mehr denn je in den international hervorragend aufgestellten Hochtechnologieunternehmen und im deutschen Handwerk benötigt“, so der Bundesvorsitzende des Verbandes Deutscher Realschullehrer während der Vorstellung der gemeinsamen Thesen und Forderungen der Lehrerverbände.

Auf dem ersten Nationalen MINT-Lehrerkongress der Bundesinitiative „MINT Zukunft schaffen“ in Zusammenarbeit mit den vier im Deutschen Lehrerverband (DL) organisierten Lehrervertretungen an weiterführenden Schulen (BLBS, DPhV, VDR, vlw) beleuchteten die Teilnehmer die Gründe, warum mathematisch-naturwissenschaftlicher und technischer Unterricht an bundesdeutschen Schulen in vielen Fällen noch ein Schattendasein führt. In einer „Schieflagen-Analyse“ stellten die Vertreter der Lehrkräfte fest, dass es vielen Jugendlichen schwer falle, Interesse und Verständnis für Technik und elementare Naturphänomene zu entwickeln. Zu den Ursachen gehörten unter anderem Prüfungsbestimmungen in einigen Ländern, mit deren Hilfe man mathematisch-naturwissenschaftlichen Anforderungen konsequent ausweichen könne, eine Vernachlässigung der Fachlichkeit und der Qualität in den naturwissenschaftlichen Kernfächern sowie die bestehende Unterfinanzierung der Schulen. Ferner wirke sich die geringe Zahl von MINT-Lehramtsstudierenden negativ aus, woraufhin entsprechende MINT-Fächer zunehmend fachfremd unterrichtet werden müssten.

Es sei paradox, stellte der Bundesvorsitzende des Deutschen Realschullehrerverbandes fest, dass einerseits die Qualifikationen in den MINT-Fächern eine hervorragende Basis für berufliche Qualifikationen und Karrieren böte, sich andererseits viele Schülerinnen und Schüler nicht für Mathematik, Technik oder Physik entschieden. MINT-Berufe eröffneten beste Perspektiven für den beruflichen und persönlichen Aufstieg. Böhm begrüßte die Zielsetzungen, mit denen der erste MINT-Lehrerkongress eine Wende zugunsten der MINT-Fächer einleiten will. Aus den zahlreichen Vorschlägen griff er die wichtigsten heraus: Bessere Information über die Durchlässigkeit der differenzierten Bildungssysteme durch Optimierung der Übergänge und Anschlüsse, die Vernetzung von MINT-Akteuren vor Ort, die Etablierung eines flächendeckenden MINT-Bildungsmonitors und ein flächendeckendes Informations- und Beratungsangebot. Mit zehn Thesen zur MINT-Bildung unterstützen die Lehrerverbände diese zukunftsweisende Debatte und möchte in Form eines Dialogkreises mit allen bildungspolitisch Betroffenen verstärkt ins Gespräch kommen.

Pressemitteilung in pdf-Format zum Download: PM_131210.pdf

Autor: Karlheinz Kaden, Pressesprecher