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"Ideologisch belastet und realitätsfern ..."

VDR-Bundesvorstand kritisiert auf Stuttgarter Herbsttagung die Bildungspolitik der grün-roten Landesregierung und fordert Orientierung auf zukunftsfähige Bildungsangebote

Als ideologisch einseitig und jüngste Ergebnisse der empirischen Bildungsforschung negierend kritisierte der Bundesvorstand des Deutschen Realschullehrerverbandes (VDR) auf seiner Herbsttagung am 22./23. November in Stuttgart die von Ministerpräsident Kretschmann und Kultusminister Stoch verantwortete baden-württembergische Bildungspolitik mit ihrer einseitigen Bevorzugung der Gemeinschaftsschule. Gleichzeitig sicherte er der Vorsitzenden seines baden-württembergischen Landesverbands, Irmtrud Dethleffs-Niess (RLV-BW), die vollste Unterstützung der Bundesorganisation beim Kampf um den Erhalt, den Ausbau und die qualitative Weiterentwicklung der differenzierten Bildung, insbesondere der erfolgreichen Realschulen, zu.

VDR-Bundesvorsitzender Böhm bezeichnete zum Abschluss der zweitägigen Tagung das einseitige Eintreten der derzeitigen Landesregierung für Gemeinschaftsschulen und die Behinderung der von Eltern und Wirtschaft gleichermaßen geschätzten Realschulen als „Bildungspolitik mit der Brechstange“. Sie ignoriere bewusst jüngste Ergebnisse der empirischen Bildungsforschung wie die der aktuellen Hamburger KESS-Studie und der „Homogenitätsstudie“ des Erlanger Bildungswissenschaftlers Albert Ziegler. Aus der Hamburger KESS-Studie gehe hervor, dass Absolventen der Sekundarstufe I an Gemeinschaftsschulen mit großen, kaum ausgleichbaren Lücken in die weiterführenden Bildungsgänge einträten. Professor Ziegler habe in seinen Untersuchungen festgestellt, dass leistungsbezogen inhomogen zusammengesetzte Lerngruppen selbst bei massiver Unterstützung signifikant unterschiedliche Lernergebnisse hervorbringen.

„Bewusst scheinen die Gemeinschaftsschullobbyisten die Bildungsqualität des Landes, die sinnvolle, am Kind orientierte Leistungsdifferenzierung und fließende Übergänge der Absolventinnen und Absolventen in berufliche und weiterführende Bildungsangebote aufs Spiel zu setzen“, so der Bundesvorsitzende.

Böhm warnte die baden-württembergische Landesregierung davor, weiterhin eine Bildungs-politik „an der Realität und den Bedürfnissen vorbei“ zu betreiben. Wichtig für einen zukunftsfähigen Bildungsstandort seien intelligente regionale und differenzierte Lösungen vor Ort. Die seit 2011 eingeleiteten Schulstrukturveränderungen gefährden mittelfristig den Wirtschaftsstandort Baden-Württemberg und damit die Prosperität der Bundesrepublik Deutschland insgesamt.


Pressemitteilung in pdf-Format zum Download: PM_1311123.pdf

Autor: Karlheinz Kaden, Pressesprecher