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Fachkräfte braucht das Land - gerade im MINT-Bereich!
VDR-Presseerklärung vom 13.10.2013 zu den Ergebnissen des IQB-Ländervergleiches in der Bildung sichert Fachkräftenachwuchs

Ergebnisse des IQB-Ländervergleiches in den MINT-Fächern erfordern Konzentration der Bildungspolitik auf Qualität und Leistungsbereitschaft

„Die Schlussfolgerungen aus den Ergebnissen der IQB-Studie sind vor allem, dass sich die Orientierung auf Qualität, Kontinuität und Fachlichkeit auszahlen, wie die Ergebnisse Sachsens und Bayerns zeigen. Ständige Experimente mit Schulstrukturen und inflationär entste-hende als Pädagogik getarnte pseudoakademische Seifenblasen, wie sie in einigen Bundesländern in den vergangenen Jahren forciert wurden, sind nach dieser Studie erneut zerplatzt“, kommentiert der Bundesvorsitzende des VDR, Jürgen Böhm, die Ergebnisse des IQB-Ländervergleiches in den naturwissenschaftlich-mathematischen Fächern, die große Qualitätsunterschiede zwischen einzelnen Bundesländern offenbaren.
Wie in den vergangenen Studien zeigt sich auch in der aktuellen Erhebung ein klarer Zusammenhang zwischen Qualität des Unterrichts und der am Schüler orientierten Leistungsdifferenzierung. Ebenso müssen Bildungstraditionen und die regionalen Besonderheiten bei der Gestaltung des Bildungswesens beachtet und einbezogen werden. Maßgeblich für die hervorragenden Ergebnisse Sachsens, Thüringens und Sachsen-Anhalts waren mit Sicherheit eben diese Bildungstradition, die demografischen Gegebenheiten, die übersichtlichen Klassengrößen und der relativ geringe Migrantenanteil in den östlichen Bundesländern.
„Bildung und gerade die Förderung in den MINT-Fächern hat mit Anstrengung, Leistungsbereitschaft und sinnvoller Differenzierung zu tun - wer permanent die Messlatte niedriger legt, veralteten Gleichheitsphantasien nachhängt und Noten abschaffen möchte, der wird langfristig scheitern“, so Böhm.
Eine weitere verheerende Entwicklung zeichnet sich ebenfalls bei der Ergebnisanalyse ab. Wer gut ausgebildeten jungen Menschen keine Perspektiven im Lehrberuf bietet oder Jugendliche gar vor dem Weg in die Lehrerausbildung abschreckt, der wird weiterhin in den Schulen improvisieren müssen. Eine Quote von 15% fachfremd erteiltem Mathematikunterricht in einzelnen Ländern ist eine Blamage für ein Hochtechnologieland wie Deutschland. Die Ausbildung von künftigen Lehrkräften müsse an den Universitäten und Hochschulen höchste Priorität bekommen und kein, oft nur finanziell motiviertes, letztendlich geduldetes Schattendasein führen.
Wer Bildungspolitik mit dem Rotstift aus dem Finanzministerium betreibe, Lehrerstellen abbaue, im Gegenzug die pädagogischen Aufgabenbereiche aber erweitere, der werde keine Verbesserungen erzielen. Individuelle Förderung habe letztlich mit sinnvoller Differenzierung, der Qualität der Lehrkräfte und der Gestaltung förderlicher Rahmenbedingungen zu tun. Klar sei auch, so Böhm, dass in der MINT-Bildung nicht nur durch die gymnasiale Brille geblickt werden dürfe: „Wir brauchen künftig gut ausgebildete Fachkräfte und wir werden daran gemessen, wie es uns gelingt, alle Jugendlichen und gerade die mit Migrationshintergrund zu qualitativ anerkannten Schulabschlüssen zu führen bzw. Übergänge ins Berufsleben zu gestalten. Die Messlatte nach dem Abschluss der Sekundarstufe I muss für die Schülerinnen und Schüler ein hochwertiger, qualitativ fundierter Realschulabschluss sein. Die Energie für Strukturveränderungen, ideologische Rhetorik und politische Kosmetik kann man sich sparen.“

Pressemitteilung in pdf-Format zum Download: PM_131013.pdf

Autor: Karlheinz Kaden, Pressesprecher