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Optimale Förderung und pädagogische Konzepte statt Gleichmacherei

VDR-Presseerklärung vom 06.10.2013 zur Umsetzung der Inklusion
Frauenvertretung im VDR warnt vor den Gefahren eines falsch interpretierten Inklusionsauftrags

„Die gängige Interpretation und geplante Umsetzung der UN-Behindertenrechtskon-vention durch den aktuellen - mitunter ideologisch unterlegten - politischen Aktionismus birgt hohe Risiken einer massiven Benachteiligung von Menschen mit Handicaps. Die derzeit propagierten Lösungswege sind oft Feigenblätter oder Billiglösungen ohne qualitativen Nachhaltigkeitsfaktor, dagegen mit langfristigen negativen Folgen für alle Betroffenen verbunden“, so der Bundesvorsitzende des Verbandes Deutscher Realschullehrer (VDR) auf der Tagung der Frauenvertretung des Verbandes in Königswinter.
Eine ´verordnete Inklusion` nimmt den Eltern die Möglichkeit, die für ihr Kind jeweils optimalste Förderung zu wählen. Die Unterschiedlichkeit von Menschen werde nicht wertschätzend anerkannt, ihnen wird eine passgenaue Förderung vorenthalten.
„Unter dem Primat von Ideologie und Finanzen werden bewährte und lange evaluierte Verfahren und Strukturen geopfert und unwiederbringbar zerschlagen für den Preis einer undifferenzierten Gleichmacherei“, ergänzte die Vorsitzende der Frauenvertretung des VDR, Marlis Tasser.
Differenzierung in der Förderung auf der Basis einer vorgeschalteten Diagnose wird per se als ´Ausgrenzung` definiert, die in jedem Fall zur Benachteiligung bzw. Chancenungleichheit führen würde. Kritiker der schulpolitisch häufig präferierten und verordneten Sichtweise des (absolut berechtigten) Auftrags zur Inklusion werden sofort und ohne argumentative Auseinandersetzung als die ´Ewig-Gestrigen`, die Reformunwilligen deklariert. Die pädagogische und fachliche Kompetenz der Lehrerinnen und Lehrer wird nicht lösungsorientiert und wertschöpfend genutzt, stattdessen werden sie in Ihrer Zuständigkeit zum ´Lernbegleiter` degradiert. Ihre Motivation für die Berufstätigkeit an einer Förderschule wird ad absurdum geführt, da sie zu Erfüllungsgehilfen einer aufgeblähten Bürokratie werden, die den allergeringsten Teil ihrer Zeit mit denen verbringen können, die sie fördern möchten.
„Inklusion kann nur gelingen, wenn eine jeweils wirkliche geeignete Schule gewählt werden kann, in der jedem Kind die nötige Zuwendung gesichert ist, wenn die nötigen Personal- und Sachkosten nicht vorrangig unter finanziellen Aspekten gesehen werden, sondern wenn klare Konzepte für die optimal mögliche Förderung der betroffenen Kinder den geforderten Respekt und die Verantwortung für Ihre Zukunft widerspiegeln“, so Böhm abschließend.

Pressemitteilung in pdf-Format zum Download: PM_131006.pdf

Autor: Karlheinz Kaden, Pressesprecher