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Besoldungsgerechtigkeit für Lehrkräfte in allen Bundesländern

VDR-Bundesvorstand sieht Gefahren für Unterrichtsqualität durch Auseinanderdriften der Lehrerbesoldung

Auf seiner Frühjahrstagung vom 2. bis 4. Mai 2013 in Leipzig kritisierte der Bundesvorstand des Verbandes Deutscher Realschullehrer (VDR) ein wachsendes Auseinanderdriften und Abhängen der Lehrerbesoldung von der allgemeinen Einkommensentwicklung. „Die jüngste Entwicklung hat gezeigt, dass nach den abgeschlossenen Tarifverhandlungen dieses Frühjahrs einige Länderfinanzministerien mit beachtlichem Erfindungsreichtum versuchen, die getroffenen Vereinbarungen zu verwässern oder gar zu ignorieren“, kritisierte der Bundesvorsitzende des VDR, Jürgen Böhm, mit Schärfe. Einzig Bayern und Hamburg hätten sich entsprechend des Tarifabschlusses 2013 verhalten und tarifliche und besoldungsbezogene Einkommensverbesserungen ohne Wenn und Aber umgesetzt.

Der „kreative“ Umgang einzelner Oberster Landesbehörden mit den mit der Tarifgemeinschaft der Länder (TdL) erzielten Einkommensverbesserungen beginne mit der zeitlich verschleppten Übertragung der Erhöhungen auf die Lehrkräfte, zeige sich weiter bei der verfassungsrechtlich bedenklichen Abkoppelung von Lehrkräften in den Besoldungsgruppen ab A 12 und lasse auch bereits angekündigte Novellierungen von Lehrerausbildungsgängen in den Ländern in einem neuen Licht erscheinen. „Gerade mit Blick auf die aktuellen Entwicklungen in Baden-Württemberg, Berlin, Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein und Rheinland-Pfalz zeigt sich eine Geringschätzung einzelner Landesregierungen für die Arbeit der Kolleginnen und Kollegen“, so der Bundesvorsitzende des VDR in Leipzig. Böhm sehe in ärgerlicher Weise eine Beobachtung bestätigt, die bereits der Bundesvorsitzende des dbb, Klaus Dauderstädt, im Januar dieses Jahres auf der dbb-Fachtagung zum öffentlichen Dienst vorgetragen habe. Durch die 2006 erfolgte Rückübertragung der Besoldungszuständigkeit an die Länder seien durch Unterschiede bei Sonderzahlungen, Zulagen und Beihilfen Abweichungen von mehr als zehn Prozent der Lehrkräfte-Einkommen festzustellen - trotz vergleichbarer Aus- und Vorbildung und identischer Aufgabenprofile!

Böhm warnte Länderparlamente und –finanzministerien vor dem Ingangsetzen einer negativen Einkommensspirale auf Kosten der Lehrkräfte und des gesamten öffentlichen Dienstes. Das Vorenthalten von Einkommensanpassungen werde in den Ländern mittelfristig eine Abstimmung der Lehrkräfte mit den Füßen einleiten. Dabei werden jene Bundesländer mit Qualitätsabstrichen an ihren Schulen rechnen müssen, die in populistischer Sparwut glauben, auf motivierte, gut ausgebildete Lehrkräfte verzichten zu können. „Einsparungen im Bereich der Bildung sind Einsparungen am absolut falschen Fleck und zeugen nicht von gesamtgesellschaftlicher Verantwortung und strategischem Weitblick“, so Böhm abschließend.

Pressemitteilung in pdf-Format zum Download: PM_130505.pdf

Autor: Karlheinz Kaden, Pressesprecher