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„Nivellierung der Lehrerausbildung durch Grün-Rot geht zu Lasten der Bildungsqualität und erfolgreicher Ausbildungsgänge ...“

VDR-Bundesvorsitzender Böhm sieht seine Kritik durch baden-württembergische Tarifparteien bestätigt

Nachdrückliche Kritik übte der Bundesvorsitzende des Verbandes Deutscher Realschullehrer, Jürgen Böhm, an den Plänen der baden-württembergischen Landesregierung zur Reform der Lehrausbildung. 2012 hatte diese eine Expertenkommission berufen, mit deren Ergebnissen Wissenschaftsministerin Theresia Bauer (Grüne) und Kultusminister Andreas Stoch (SPD) am 20. März an die Öffentlichkeit traten. In ihrem Kern bestehen die unter der Berliner Bildungsforscherin Sibylle Volkholz erarbeiteten Vorschläge in einer starken Vereinfachung und Angleichung der bisher existierenden Lehrämter und sind stromlinienförmig auf die von der Landesregierung einseitig geförderten Gemeinschaftsschule zugeschnitten.

Neben dem Grundschullehramt soll es an den weiterführenden Schulen bis ans Ende der Sekundarstufe I nur noch ein weiteres Lehramt geben. Böhm befürchtet, dass durch die Nivellierung der Lehrämter die differenzierte Bildungsarbeit der Realschule als Basis der hohen Akzeptanz in Industrie, Handel und Dienstleistungsgewerbe verloren geht. In diesem Zusammenhang verwies der VDR-Vorsitzende auf die erst wenige Tage alte „Ulmer Resolution“ der Landesverbände Bayern und Baden-Württemberg, die mit Nachdruck die wichtige Rolle der Realschulen bei der Sicherung des Wirtschaftsstandorts Deutschland herausstellt.

Annähernd zeitgleich mit Böhm hatte der baden-württembergische IG-Metall-Bezirksleiter Jörg Hofmann die Stuttgarter Regierung mit den Worten kritisiert: „Ihre Bemühungen, allen Kindern den Weg zu möglichst hohen Abschlüssen zu ebnen, führt zu einer falschen Orientierung“. Ebenso ablehnend hatte sich für die Arbeitgeber Südwestmetall-Chef Stefan Wolf geäußert: „Wir brauchen ... auch junge Menschen mit Hauptschulabschluss und Mittlerer Reife, die eine duale Ausbildung durchlaufen wollen.“ Es bereite ihm keine Genugtuung, erklärte Böhm abschließend, dass Gewerkschaften und Arbeitgeberverbände seine Befürchtungen über die Entwicklung der baden-württembergischen Schulpolitik teilen. Böhm forderte die Landesregierung auf, die erfolgreiche Ausbildungs- und Erziehungsarbeit der bisher existierenden Schulformen, insbesondere aber die der Realschulen, anzuerkennen und sie in ihrer Arbeit zu unterstützen statt sie zu behindern.

Pressemitteilung in pdf-Format zum Download: PM_130322.pdf

Autor: Karlheinz Kaden, Pressesprecher