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Presseerklärung der Initiative MINT Zukunft schaffen und der im Deutschen Lehrerverband zusammengeschlossenen Lehrerverbände (DPhV, VDR, BLBS, vlw) zur Förderung der MINT-Bildung und MINT-Ausbildung.
MINT-Lehrer-Spitzengespräch in Berlin

Berlin, 15.02.2013. Der Einladung des Vorstandsvorsitzenden von »MINT Zukunft
schaffen«, Thomas Sattelberger, zum »MINT-Lehrer-Spitzengespräch«
nach Berlin folgten Anfang Februar die zusammengeschlossenen Organisationen des
Deutschen Lehrerverbands, Dachorganisation für rund 160.000 Lehrer:

» Deutscher Philologenverband (DPhV)
» Verband Deutscher Realschullehrer (VDR)
» Bundesverband der Lehrerinnen und Lehrer an Wirtschaftsschulen (vlw)
» Bundesverband der Lehrerinnen und Lehrer an beruflichen Schulen (BLBS)

Unter der Prämisse »Nur eine gute MINT-Ausbildung ermöglicht Deutschland eine
erfolgreiche Zukunft« einigten sich die Teilnehmer auf ein gemeinsames Ziel, dem
sie jetzt Gehör verschaffen werden: Eine starke bundesweite, das Thema treibende
Lehrerallianz für mehr exzellente MINT-Bildung und -Ausbildung.

Ihre klaren Forderungen sind:
» Mit mehr attraktiven Bedingungen für Frauen und Männer dem MINTFachlehrermangel
begegnen, da die Wirtschaft durch intensive Werbung für ihre Berufe
kaum MINT-Absolventen für das Lehramt übrig lässt.
» Mit mehr Diversität insbesondere für Lehrer mit Migrationshintergrund den Lehrberuf
attraktiv machen – eine Gewinnsituation für Lehrer, Schüler und Eltern. So können
bisher übersehene Talentreservoire auch ausgeschöpft werden.
» Lehrerstellen, die durch die demographische Entwicklung frei werden, im System
belassen und so Einstellungskorridore mit integrierter Lehrerreserve zur Talentförderung
entwickeln.
» An der Wertschätzung für den Lehrerberuf muss gearbeitet werden.
» Bestehende MINT-Initiativen müssen noch viel intensiver mit den Schulen verknüpft
werden, um den respektablen Mitteleinsatz noch wirkungsvoller zu machen.

Wichtigstes Ergebnis des mehrstündigen Expertengesprächs: Um allen Potenzialen die
richtigen Entwicklungschancen zu ermöglichen, braucht das Bildungssystem in Deutschland
(allgemeinbildende und berufliche Schulen sowie Hochschulen) Brücken, Übergänge und
offene Türen, die vertikale Durchlässigkeit und Anschlüsse für jeden Abschluss gewährleisten.
www.mintzukunft.de

»Gefragt sind in der Zukunft intelligente Lösungen, die die Kompetenzen der
differenzierten Schularten effektiv nutzen«, betonte Dr. Angelika Rehm vom
Bundesverband der Lehrerinnen und Lehrer an Wirtschaftsschulen. »Gerade über die
berufliche Bildung werden Karrieren ermöglicht, die letztendlich auch den Lehrerbedarf
in den MINT-Fächern abdecken«, so Jürgen Böhm, Vorsitzender des Deutschen
Realschullehrerverbands.

Rainer Starke vom Deutschen Philologenverband wünscht
sich beim Übergang von Schule zu Hochschule ein Mathematikniveau, das nicht das
Erfolgserlebnis beim Start an der Hochschule bremst. Mehr Querdenken und höhere
Anstrengungen für die MINT-Fächer fordert Dipl.-Ing. Wolfgang Herbst vom
Bundesverband der Lehrerinnen und Lehrer an beruflichen Schulen (BLBS) und
merkt an: »Berufsbildende Schulen fühlen sich ohnehin schon immer als MINT-Schulen
– natürlich leistungsorientiert, denn ohne Leistung geht nichts.«

Einig sind sich die Bildungsexpertinnen und -experten darin, dass sich im Spätherbst
eine nationale MINT-Lehrerkonferenz darum kümmern wird, wie ihre Forderungen
Realität werden können. »Wir wollen der starken Koalitionsfähigkeit der Lehrerverbände
mit dieser Konferenz eine wirksame Plattform geben«, argumentieren die Vertreter des
Deutschen Lehrerverbandes und Thomas Sattelberger von »MINT Zukunft schaffen«.
Besonderes Augenmerk wird dieser Kongress auch auf die MINT-Lehre im
internationalen Vergleich legen, um letztlich die vorhandenen Potenziale in Deutschland
effektiv zu nutzen.