zurück
„Die Pflichtwiederholung einer Jahrgangsstufe muss weiterhin eine pädagogische Option bleiben“

„Statt sich mit wirklichen Problemen in der ‚Bildungsrepublik Deutschland‘ auseinanderzusetzen, wird von grün-roter Seite wieder einmal das Gespenst der Noten, der Pflichtwiederholung und hoher Kosten an die Wand gemalt. Mit dieser leistungsfeindlichen Einstellung kann man im internationalen Wettbewerb um die besten Köpfe nicht bestehen und wird langfristig im Mittelmaß enden“, so kommentiert der Vorsitzende des VDR, Jürgen Böhm, die aktuelle Diskussion über die Abschaffung der Pflichtwiederholung einer Jahrgangsstufe.

Wenn man sich die nationalen Ergebnisse aller Bildungsstudien der vergangen Jahre ansehe, so sei die Bildungsqualität in den Bundesländern am höchsten, die klar auf Leistungskomponenten setzen. Damit einher gehen gelungene Übergänge in das Berufsleben und erfolgreiche Erwerbsbiographien. In Bundesländern, in denen in den vergangenen Jahren die Leistungsansprüche deutlich gesenkt wurden, wie z.B. in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern, brachen über 30 Prozent der Auszubildenden ihre Berufsausbildung vorzeitig ab.

Böhm: „Was ist ein Abschluss noch wert, wenn er nicht durch Standards und Leistung hinterlegt ist? Was wäre der Realschulabschluss noch wert, wenn er künftig im Gießkannenprinzip vergeben würde?“

Durch eine qualitative Aufweichung der Bildungsgänge und Abschlüsse werden Leistungsanreize zerstört, Kindern und Jugendlichen ein falsches Selbstbild vor Augen geführt und die künftigen Arbeitgeber und aufnehmenden Bildungseinrichtungen getäuscht. Sinnvolle pädagogische Maßnahmen seien die Einstellung von mehr Lehrkräften, statt die Verringerung ihrer Zahl wie derzeit in Baden-Württemberg, die Ausweitung des Angebotes an differenzierten Lernangeboten und die Verkleinerung der Klassen. „Wenn die wenigen Kinder oder Jugendlichen, die in einem gewissen Zeitraum trotz aller angebotenen Fördermaßnahmen die gestellten Standards nicht erfüllt haben, dann müssen diese die Möglichkeit der Wiederholung wahrnehmen können“, so Böhm.

Pressemitteilung in pdf-Format zum Download: PM_130217.pdf

Autor: Karlheinz Kaden, Pressesprecher