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" ... verbindlicher als ein KMK-Beschluss!"

Die Absicht der Bundesländer Bayern, Niedersachsen und Sachsen, ihr Schul- und Lehrerausbildungssystem durch einen Staatsvertrag transparenter und durchlässiger zu gestalten, findet Unterstützung beim Vorsitzenden des Verbandes Deutscher Realschullehrer, Jürgen Böhm. Die Kultus- und Wissenschaftsminister der drei Länder hatten am vergangenen Mittwoch angekündigt, zentrale Elemente ihres Schulwesens und ihrer akademischen Lehrerausbildung künftig interparlamentarisch abzusichern.

In seinen Eckpunkten sieht der Vertrag einheitliche Standards für Hauptschulabschlüsse, Realschulabschlüsse und das Abitur vor und setzt Regeln für die gemeinsame Teilnahme an länderübergreifenden Vergleichstests. „Das sichert die Qualität und die Vergleichbarkeit der Schulabschlüsse innerhalb Deutschlands und erhält die notwendigen föderalen Spielräume in der Bildungspolitik“, so der VDR-Vorsitzende. Ebenso stelle dieser Staatsvertrag sicher, dass Schülern und Schülerinnen, die in ein anderes Bundesland umziehen, daraus keine Nachteile erwachsen. Schließlich soll die Vereinbarung durch die gegenseitige Anerkennung von Lehrerausbildungsexamina auch Lehrkräften helfen, leichter in ein anderes Bundesland zu wechseln.

Böhm sieht in der Absicht der drei Bundesländer vor allem Vorteile: Sie entwickle folgerichtig einen Beschluss der Kultusminister vom vergangenen Herbst, bundesweite Bildungsstandards für die zentralen Schulfächer festzulegen, fort und sei in ihrer Signalwirkung für andere Bundesländer nicht zu unterschätzen. Das Instrument des Staatsvertrages als rechtlicher Rahmen verleihe dem Vorhaben eine höhere Außenwirkung als ein KMK-Beschluss. Die Einwände aus den Oppositionsparteien, die den Staatsvertrag als „Nebelkerze“ oder „WahlKampfgetöse“ abqualifizieren sollen, seien unverständlich. Seitens des VDR werde man jedoch sehr sorgfältig beobachten, welche Regelungen das Abkommen zum Erwerb und zur Qualität der Mittleren Schulabschlüsse enthalten werde.

Pressemitteilung in pdf-Format zum Download: PM_130110.pdf

Autor: Karlheinz Kaden, Pressesprecher