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„Realschulabschluss ebnet Jugendlichen den Weg …“

Bundesländer mit starker Realschulbildung bieten jungen Menschen nachweislich hervorragende Übergänge in das Berufsleben

„Ein erfolgreicher Realschulabschluss ist eine wirksame Versicherung gegen fehlende berufliche Perspektiven und Arbeitslosigkeit.“ Zu diesem Ergebnis kamen die Mitglieder des Geschäftsführenden Vorstands des Verbandes Deutscher Realschullehrer (VDR) und des Wissenschaftlichen Beirats seiner Verbandszeitschrift. Auf der diesjährigen gemeinsamen Tagung beider Gremien am 28./29. September 2012 in Bamberg hatten sich Verbandsspitze und der aus Professoren und Hochschullehrern bestehende Beirat mit den jüngsten Zahlen internationaler Organisationen und dem Statistischen Bundesamt beschäftigt und diese unter bildungsökonomischen Gesichtspunkten bewertet.

Im Einzelnen hatten die Verbandsvertreter und Hochschullehrer festgestellt, dass europäische Staaten mit hohen studienberechtigenden Schulabschlussquoten wie Spanien und Frankreich gleichzeitig erschreckend hohe Zahlen von arbeitslosen Jugendlichen generieren. „Spanien liegt zwar bei der Vergabe von Studienberechtigungen innerhalb der OECD-Länder weit vorn“, spitzte VDR-Bundesvorsitzender Jürgen Böhm eines der Tagungsergebnisse zu, „kann aber noch nicht einmal der Hälfte aller dort beheimateten Jugendlichen nach einer beruflichen oder akademischen Ausbildung einen krisengesicherten Arbeitsplatz bieten. Verbandsvertreter und Wissenschaftler begrüßten deshalb eine aktuelle Initiative des Bundesbildungsministeriums, in Europa verstärkt für die Vorteile des deutschen Bildungs- und Ausbildungssystems werben. Die Durchlässigkeit der allgemein bildenden Schulstrukturen und das duale System seien Trümpfe gegen Perspektiv- und Jugendarbeitslosigkeit. Selbst die in Vergleichsstudien immer wieder herausgehobenen skandinavischen Länder Finnland und Schweden können mit der niedrigen Jugendarbeitslosenquote in Deutschland nicht schritthalten. Auch innerhalb des föderalen Systems der Bundesrepublik Deutschland seien vergleichbare Situationen zu beobachten. Länder mit zunehmend undifferenzierten Bildungsstrukturen, wie z.B. Berlin, Bremen oder Mecklenburg-Vorpommern, wiesen gegenüber Ländern wie Bayern oder Baden-Württemberg mit ihrem ausgebauten Realschulsystem signifikant höhere Werte bei der Jugendarbeitslosigkeit auf. Neigungsdifferenzierung und klare Leistungsansprüche erlaubten Schülerinnen und Schülern an einer Realschule oder einem vergleichbaren System, persönliche Präferenzen zu erkennen und eine an den Möglichkeiten und Bedürfnissen des Einzelnen orientierte „maßgeschneiderte“ berufliche Karriere zu durchlaufen.

Pressemitteilung in pdf-Format zum Download: PM_120930.pdf

Autor: Karlheinz Kaden, Pressesprecher