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Böhm: "Bildungsmonitor 2012 misst vorrangig Quote statt Qualität ..."

VDR-Bundesvorsitzender vermisst im INSM-Bildungsmonitor klare Aussagen auf Grundlage belastbarer Daten zu Unterrichts- und Lernerfolg

Kritisch äußerte sich der Vorsitzende des Deutschen Realschullehrerverbandes (VDR) zu den veröffentlichten Ergebnissen des „Bildungsmonitors 2012“ der „Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM)“. Mit den diesjährigen Ergebnissen werden insbesondere den drei Stadtstaaten deutliche Fortschritte in bildungsökonomischer Hinsicht bescheinigt. Berlin habe den letzten Platz verlassen, Bremen sei unter den ersten fünf Bundesländern gelandet. Die Siegerländer Sachsen und Thüringen hielten eine ausgezeichnete Förderstruktur vor und böten sehr gute Bedingungen für die individuelle Förderung.

Böhm knüpfte an die Kritik an, die von einer Reihe von Lehrerverbänden schon immer an Anlage und Zielrichtung des „Bildungsmonitors“ geübt worden war. Sie gelte auch für das Jahr 2012. Der VDR-Vorsitzende wörtlich: „Die Untersuchung stützt sich auf rein empirische Zahlenwerte, die für sich genommen zumeist keine Rückschlüsse auf Qualität und Nachhaltigkeit einzelner Faktoren zulassen“. Eine höhere Zahl von Abschlüssen sage noch nichts über die damit verbundenen Ansprüche aus. Es komme, so Böhm, hinzu, dass sich die Studie in Einzelfragen auch der Gefahr von Befangenheit aussetze. Beispielsweise die Bewertung der Betreuungsstrukuren für Kinder ab dem ersten Lebensjahr müsse mehr den Aspekt der Bedarfsorientierung und der föderalen bzw. historisch gewachsenen Besonderheiten in den jeweiligen Bundesländern berücksichtigen.

Positiv sei zu beobachten, dass Bundesländer, die seit Jahrzehnten auf klar differenzierte und leistungsorientierte Systeme setzten und auf qualitätsmindernde Schulstrukturreformen verzichteten, wie Sachsen, Bayern, Thüringen und Baden-Württemberg, in der Bildungsqualität klar an der Spitze lägen. Gerade in diesen Bundesländern wird der Realschulbildung und der hohen Qualität des Realschulabschlusses ein hoher Stellenwert eingeräumt. Jeglichen Tendenzen zu Einheits- oder Gemeinschaftsschulstrukturen, wie derzeit in Baden-Württemberg angestrebt, erteilte der Bundesvorsitzende eine klare Absage.

„Bildungsqualität zeigt sich letztendlich und nachhaltig in der Fähigkeit der Heranwachsenden und Jugendlichen, mit den jeweiligen Schulabschlüssen beste qualitative Startvoraussetzungen zu erhalten und sich im späteren Berufsleben entsprechend zu platzieren.“

Böhm forderte die Initiative auf, ihr Monitoring durch Daten zur Unterrichtsqualität und zum Lernerfolg, wie man sie beispielsweise im Berliner Institut für die Qualität im Bildungswesen (IQB) erhebe, zu erweitern und damit den Bildungsmonitor in seiner Aussagekraft und Akzeptanz zu steigern.

Pressemitteilung in pdf-Format zum Download: PM_120816.pdf

Autor: Karlheinz Kaden, Pressesprecher