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Gleichmacherei verhindert individuelle Förderung von Heranwachsenden und verbaut Entwicklungschancen

Sekundarschulen in Berlin bekommen schlechte Noten

„Die Kinder und Jugendlichen in Berlin müssen die Folgen der verfehlten Schulstrukturpolitik in der Hauptstadt tragen und werden nachweislich nicht entsprechend ihrer Talente und Entwicklungspotentiale gefördert“, schätzt der Bundesvorsitzende des Verbandes Deutscher Realschullehrer (VDR), Jürgen Böhm, nach der Veröffentlichung der ersten Inspektionsberichte von 700 Schulen in Berlin in dieser Woche ein.

Wenn man nachweislich erfolgreiche Schularten, wie die Realschulen, zerschlägt und unausgegorenen Einheitslösungen opfere, müsse man sich nicht wundern, dass die Individualität der Heranwachsenden und die Bildungsqualität auf der Strecke blieben, führt der VDR-Vorsitzende weiter aus.

"Jedes Kind hat eine individuelle Förderung verdient und darf weder unter- noch überfordert werden“, so Böhm. Wenn man jetzt in Berlin dazu übergeht, in den Sekundarschulen wieder Hauptschul- und Realschulklassen einzuführen, dann ist dies nur eine halbherzige Maßnahme, die jedoch die Wunschvorstellung von der allmächtigen und alles heilenden Binnendifferenzierung in einer Einheitsschule zerplatzen lässt. „Beste Bildung erhalten die Kinder in der Bundesrepublik nachweislich in klar differenzierten Schularten und Bildungsgängen, die bestens auf den Übergang in das Berufsleben oder auf weitere Bildungsangebote vorbereiten“, betont der Vorsitzende des VDR.

Individuelle Förderung heißt natürlich auch, die Übergänge zwischen den differenzierten Schularten und Bildungsangeboten zu verbessern, um Talente entsprechend zu fördern und jedem Kind seinen passgenauen Bildungsweg zu ermöglichen. Wer, wie die grün-roten Regierungen Baden-Württembergs und Nordrhein-Westfalens, an Schulstrukturen herumexperimentiert und künftig auf die Realschulen einfach verzichten möchte, der sollte die Entwicklungen in Berlin sehr ernst nehmen.

„Das Ziel der schulischen Bildung muss die bestmögliche Vorbereitung der Schülerinnen und Schüler auf das spätere Berufsleben sein. Der erfolgreiche Weg dorthin ist - wie unsere Kinder - höchst individuell und vielfältig“, so Böhm abschließend.

Pressemitteilung in pdf-Format zum Download: PM-VDR-120330.pdf

Autor: Karlheinz Kaden, Pressesprecher