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Böhm: „Erschreckende Zahl fehlgeleiteter Kinder als Folge falscher Bildungspolitik“

Mindestens 10 Prozent der Schülerinnen und Schüler der Gymnasien in Berlin scheitern im laufenden Schuljahr am Übergang in die 7. Jahrgangsstufe
„Die verfehlte Bildungspolitik in Berlin mit der Abschaffung einer bindenden Grundschulempfehlung, der Einführung von Losverfahren und den fehlenden schulischen Alternativangeboten für die Heranwachsenden zeigt, dass eine einseitige Orientierung hin zum Gymnasium für viele Kinder den falschen Bildungsweg darstellt. Individuelle Förderung und die Entwicklung vielfältiger Talente bedarf unterschiedlichster Bildungswege und Bildungskonzepte“, betonte der Vorsitzende des Verbandes Deut-scher Realschullehrer (VDR), Jürgen Böhm, nach dem Bekanntwerden der erschrecken-den Zahlen in der vergangenen Woche.

Wichtig sei für Kinder die richtige Förderung in passenden Bildungsgängen. Dabei komme es vor allem darauf an die Leistungsfähigkeit der Heranwachsenden richtig einzuschätzen, um Überforderungen oder auch Unterforderungen zu vermeiden. Durch die Schaffung fließender Übergänge müssen dann den Schülerinnen und Schülern zum gegeben Zeitpunkt passgenaue Übergänge in den Beruf oder zum Studium eröffnet werden.

„Diese Entwicklung zeigt, dass die Abschaffung der Realschulen in Berlin eine Angebotslücke hinterlassen hat, die von den Eltern mit einem ‚Run‘ auf die Gymnasien beantwortet wurde. Dies nutzt den fehlgeleiteten Kindern nichts und trägt ebenfalls nicht zur Qualität der gymnasialen Bildung in der Hauptstadt bei“, so Böhm weiter.
Hier müsse nun endlich nachgesteuert werden, um künftig die Schülerinnen und Schüler vor ähnlichen Fehlleitungen zu bewahren. Die Expertise der Pädagogen, die Schaffung differenzierter Bildungswege und die Anerkennung der Individualität der Kinder müsse durch die Bildungsverantwortlichen endlich anerkannt werden.

„Die Fehler, die in Berlin von den Regierungen aus SPD und Linke begangen wurden und für die betroffenen Kinder negative Auswirkungen mit sich brachten, scheinen sich nun in Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen zu wiederholen“, befürchtet Böhm.

Pressemitteilung in pdf-Format zum Download: PM-VDR-120213.pdf

Autor: Karlheinz Kaden, Pressesprecher