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Warminski-Leitheußer missachtet Übertrittsentscheidungen der Eltern und Kinder
(Gemeinsame Presseerklärung des VDR-Bund und RLV-Baden-Württemberg)

SPD-Kultusministerin spricht Realschulen, Werkrealschulen und Hauptschulen Fähigkeit zur individuellen Förderung ab und ignoriert Durchlässigkeit und Übergangsmöglichkeiten, um einseitige politische Ziele umzusetzen

„Frau Warminski-Leitheußer spricht den erfolgreichen Realschulen in Baden-Württemberg und damit den Realschullehrerinnen und Realschullehrern die Fähigkeit ab, Schülerinnen und Schüler zu qualifizierten Berufsabschlüssen und zum Hochschulstudium zu führen, um langfristig das nachge-wiesen hervorragende differenzierte Schulwesen durch die Einheitsschule zu ersetzen“, dies betonten die Landesvorsitzende des Realschullehrerverbandes Baden-Württemberg (RLV), Irmtrud Dethleffs-Niess, und der Bundesvorsitzende des Verbandes Deutscher Realschullehrer (VDR), Jürgen Böhm, angesichts der Entwicklungen der letzten Wochen.

Die beiden Vorsitzenden erklärten nach der Veröffentlichung der Standorte der geplanten Gemeinschaftsschulen, dass nun klar werde, wohin die Entwicklung in Baden-Württemberg künftig laufe. Überwiegend kleinere Hauptschulen gehen mit ungenügend fundierten Bildungsprogrammen als Gemeinschaftsschulen an den Start. Überhaupt gebe es keinerlei Hinweise darauf, dass die neue Schulform konzeptionell abgesichert sei, geschweige denn einen Schulversuch durchlaufen habe.
Dethleffs-Niess und Böhm stellten fest, dass es äußerst fragwürdig sei, eine weitere Schulart zu Lasten der bestehenden Schulen einzuführen. Die Durchsetzung der Gemeinschaftsschule mit der Brechstange bindet viel Geld und Ressourcen, welche u.a. den nachweislich erfolgreichen Realschulen zu deren Weiterentwicklung bereits jetzt von der Landesregierung vorenthalten werden. „Im Übrigen ist das Modell Gemeinschaftsschule bislang den Beweis quer durch die Republik schuldig geblieben, dass damit höhere Qualität und die vielbeschworene Bildungsgerechtigkeit einhergehen. Es handelt sich folglich um ein Experiment mit Heranwachsenden, dessen Ausgang ungewiss, aber teuer in der Ausstattung ist“, erklärte der VDR-Bundesvorsitzende Böhm.

Begleitet werde diese Konzeptlosigkeit künftig von der GEW, welche ausdrücklich den regionalen Aspekt der neuen Schulbildung in den Vordergrund stelle. Die Realschullehrervertreter befürchten in dieser einseitigen Ausrichtung negative Auswirkungen auf die Qualität der Bildung in Baden-Württemberg und auf die Mobilität der Menschen innerhalb des Bundeslandes, wenn allein Schulen und Kommunen entscheiden, was Schule ausmacht. Schulprogramme, die begrenzt sind auf Orts-grenzen und nicht über den Horizont einer Gemeinde hinausgehen, überzeugen nicht. Eine derartige Entwicklung könne in Zeiten der globalen Herausforderungen, in denen wir in Deutschland nur mit hervorragend ausgebildeten Schulabgängern den drohenden Fachkräftemangel begegnen können, so niemals genügen.
„Ein über Jahrzehnte gewachsenes und funktionierendes Bildungssystem wie das Schulsystem in unserem Bundesland ist nun durch ideologische Kurzsichtigkeit in seinem Erfolg gefährdet“, so die RLV-Vorsitzende Dethleffs-Niess.

Pressemitteilung in pdf-Format zum Download: PM-VDR-120117.pdf

Autor: Karlheinz Kaden, Pressesprecher