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"Bildung 2012 nur durch Qualität und Chancenvielfalt erfolgreich"

VDR-Bundesvorsitzender fordert zum Jahresbeginn die Stärkung der Realschulbildung durch die Verbesserung leistungsorientierter Schulformübergänge

Zum Beginn des Jahres 2012 fordert der Bundesvorsitzende des Verbandes Deutscher Realschullehrer (VDR), Jürgen Böhm, eine stärkere Orientierung der Bildungspolitik auf die hohe Qualität der Realschulbildung und des Realschulabschlusses. Wirkliche Chancengerechtigkeit in der Bildung gelinge in Deutschland nicht durch Strukturkosmetik, überholte ideologielastige Diskussionen im Bildungsbereich und Wunschdenken, sondern durch die gezielte Förderung der Schülerinnen und Schüler, qualitativ anerkannte Abschlüsse und beste Bedingungen für die Heranwachsenden und Lehrkräfte. Dabei spiele die Realschulbildung in ihren verschiedenen föderalen Ausprägungen in Deutschland eine entscheidende Rolle. „Wer die starke mittlere Säule der Realschulbildung vernachlässigt, schwächt nachweislich die Bildungschancen junger Menschen und beraubt diese entscheidender persönlicher und beruflicher Entwicklungsmöglichkeiten. „Wir können den Wirtschaftsstandort Deutschland, unsere sozialen Systeme und den Wohlstand in unserem Land nur erhalten, wenn wir den ständig steigenden Fachkräftebedarf unserer Wirtschaft mit bestausgebildeten Jugendlichen decken können. Kein Talent darf dabei vernachlässigt werden. Jeder muss seinen Weg gehen können!“, so der Vorsitzende des VDR.

Wer Einheitsschulsysteme propagiere, müsse auch dazu sagen, dass der Individualität der Heranwachsenden, den unterschiedlichen Begabungen und Neigungen, den regionalen und kulturellen Besonderheiten wesentlich weniger Rechnung getragen werden kann. Die besten Ergebnisse und die höchste Bildungszufriedenheit werden nachweislich in Bundesländern erzielt, die klar differenzierte Bildungswege vorhalten. An die Adresse der rot-grünen Landesregierungen in Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen richtete Böhm die Warnung, die hohe Qualität der Realschulen nicht Schulformen und Systemumstellungen zu opfern, die Kinder und Regionen zu Versuchsobjekten degradieren.

Außerdem appelliert Böhm an die Bildungsverantwortlichen, Lehrkräfte nicht zu überlas-ten. „Schulstrukturveränderungen werden zunehmend auf dem Rücken der Lehrkräfte ausgetragen. Die Hauptaufgabe der Kolleginnen und Kollegen ist es, die individuellen Bildungsbedürfnisse der Kinder und Jugendlichen zu befriedigen. Man kann nicht endlos zusätzliche Aufgaben an Lehrkräfte übertragen und dabei die Rahmenbedingungen an den Schulen permanent verschlechtern“, so Böhm.

Pressemitteilung in pdf-Format zum Download: PM-VDR-120104.pdf

Autor: Karlheinz Kaden, Pressesprecher