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VDR-Vorsitzender Böhm: „Realschulen in Deutschland sind eindeutige PISA-Gewinner“

Der Vergleich der PISA-Untersuchungen zwischen 2000 und 2009 lässt in Deutschland erhebliche Fortschritte bei der Verbesserung der Bildungsqualität erkennen

„Die Realschulen und die Realschulbildung in Deutschland brauchen den internationalen Vergleich nicht zu scheuen - ganz im Gegenteil. Schon im Jahre 2000 belegten Realschulen in Baden-Württemberg und Bayern nationale und internationale Spitzenplätze, die in den Folgejahren noch ausgebaut wurden“, so Jürgen Böhm, der Bundesvorsitzende des Verbandes Deutscher Realschullehrer (VDR) am Rande der Tagung der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) „PISA 2000-2009 - den Reformkurs fortsetzen“, die am Montag in Berlin stattfand.

Generell hob Böhm die positive Entwicklung des Bildungswesens in der Bundesrepublik in der vergangenen Dekade hervor. So sei Deutschland eines der wenigen Länder der OECD, dessen Bildungssystem sich durchgängig positiv entwickelt habe. Die vom Deutschen Institut für Internationale Pädagogische Forschung (DIPF) präsentierten Entwicklungen lassen in Deutschland einen signifikanten Anstieg der Lesekompetenz, eine Konsolidierung der naturwissenschaftlichen Kompetenzen und eine deutliche Verringerung der sozialen und migrationsspezifischen Disparitäten erkennen.

„Es ist deshalb absolut unverständlich, dass angesichts der positiven Entwicklung in Deutschland weiterhin über fragwürdige Schulstrukturveränderungen diskutiert wird, welche bei sehr hohen Kosten die in Gang gesetzten inneren Reformprozesse an den Schulen hemmen“,unterstreicht Böhm die Einschätzungen des DIPF.

Wer im Zuge solcher Strukturveränderungen die nachweislich erfolgreichen und anerkannten Realschulen abschaffen möchte und dabei Schülerinnen und Schüler zu Versuchsobjekten degradiere, solle sich der negativen Folgen bewusst sein. Die besten Ergebnisse in den PISA-Vergleichen seien in den Bundesländern erzielt worden, die sich eindeutig zur individuellen, differenzierten Förderung mit klarer Leistungsorientierung bekennen und nivellierenden Einheitsschultendenzen eine klare Absage erteilten.

„PISA hat uns - bei aller berechtigten Kritik an der Unvollständigkeit der gemessenen Kompetenzen - die Augen geöffnet und notwendige Veränderungen in den Schulen angestoßen. Am Ende des Prozesses muss jedoch die Frage beantwortet werden, welche Zukunftsperspektiven den Heranwachsenden mit dem jeweiligen Bildungskonzept eröffnet werden. Da brauchen gerade die Schüler mit einem Realschulabschluss, denen alle beruflichen und schulischen Wege offen stehen, keine Bedenken haben“, stellt Böhm abschließend fest.

Pressemitteilung in pdf-Format zum Download: PM-VDR-111108.pdf

Autor: Karlheinz Kaden, Pressesprecher