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VDR-Presseerklärung zur CDU-Auftaktveranstaltung „Bildungsrepublik Deutschland“ am 22. August im Hamburger Congress Centrum

Böhm: Zusicherung von „Ergebnisoffenheit“ ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung

VDR-Bundesvorsitzender Böhm begrüßt die Zusicherung des CDU -Bundesvorstandes, mehrheitsfähige Änderungswünsche der Basis im Antragsentwurf „Bildungsrepublik Deutschland“ aufzunehmen

Zu den Inhalten eines CDU-Leitantrags zur Bildungspolitik für den kommenden Parteitag in Leipzig – „Bildungsrepublik Deutschland“ -, den der Bundesvorstand am 22. August in Hamburg erstmals seiner Basis vorstellte und mit ihr diskutierte, nahm VDR-Bundesvorsitzender Böhm ausführlich Stellung. Er begrüßte, dass zukunftsrelevante Bereiche der Bildungspolitik angesprochen werden und dass mit einem klaren Bekenntnis zu einem differenzierten und leistungsorientieren Schulsystem eine Konzentration auf Bildungsinhalte anstelle von Schulstrukturdiskussionen erfolgt.

Im Vorfeld der Präsentation war es jedoch sowohl innerhalb wie außerhalb der Partei zu erheblichen Irritationen gekommen, weil die einseitige Favorisierung eines zweigliedrigen Schulsystems, in dem Hauptschulen und Realschulen zu Oberschulen zusammengefasst werden und Gymnasien weitestgehend unangetastet bleiben sollen, insbesondere in jenen Bundesländern Kritik hervorrief, in denen anerkannte Hauptschulen und der Hauptschulbildungsgang Heranwachsenden nach wie vor einen erfolgreichen Einstieg in die berufliche Erstausbildung garantieren. In einer schematischen und zentralistisch verordneten Zusammenlegung von Hauptschulen und Realschulen sieht Böhm erhebliche Probleme. Der Ansturm auf das Gymnasium und die qualitative Aufweichung der Gymnasialbildung werde zunehmen, die Förderung und Unterstützung von Schülern und Schülerinnen mit höherem Förderbedarf werde zusätzlich erschwert und die Bereitstellung passgenauer individueller Bildungsangebote werde behindert.

„Ich vermisse den klaren Bezug zu den vielfältigen Bildungswegen und Alternativen, wie der erfolgreichen beruflichen Bildung mit Entwicklungsmöglichkeiten bis hin zur Hochschulreife und der Realschulbildung als einer tragenden Säule“, so der VDR-Vorsitzende.

Böhm begrüßte deshalb die von Bundesministerin Schavan und CDU-Generalsekretär Gröhe in Hamburg dezidiert vorgetragene Zusicherung einer breiten und ergebnisoffenen Diskussion des Leitantrags „Bildungsrepublik Deutschland“. Er empfahl, Schavans Aussage, den jetzt vorgelegten „Vorschlag“ zur Bildungspolitik in den nächsten Wochen „weiterzuentwickeln“ zu wollen, wörtlich zu nehmen. „Die nächsten Bildungskonferenzen zum CDU-Leitantragsentwurf finden in Wiesbaden, Saarbrücken und Berlin statt. Dann werden weitere Landesverbände und Mitglieder der CDU zu Wort kommen, die den Schritt zur sogenannten Zweigliedrigkeit im Schulwesen nicht widerspruchslos akzeptieren werden“, betont Böhm.

Pressemitteilung in pdf-Format zum Download: PM-VDR-110825.pdf

Autor: Karlheinz Kaden, Pressesprecher