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Schulen in Deutschland sollen nicht weiter Experimentierfeld sein

VDR-Bundesvorsitzender Böhm appelliert zum Schuljahresbeginn an die Politik, anerkannte und bewährte Bildungsgänge und Schularten nicht unnötig zu beschädigen und sich auf die Stärken des differenzierten Bildungswesens zu besinnen

„Angesichts der erschreckenden Zahlen zur Jugendarbeitslosigkeit in Europa mit bis zu 50%, sie werden auch für die Entwicklungen in Großbritannien und der katastrophalen Lage der Jugendlichen in Spanien und Griechenland verantwortlich gemacht, sollten wir uns in Deutschland Gedanken darüber machen, wie wir unser anerkanntes und leistungsfähiges föderales Bildungssystem mit hochdifferenzierten Bildungsgängen und einer Vielzahl von Übergangs- und Entwicklungsmöglichkeiten für die Jugendlichen weiterentwickeln und qualitativ verbessern können, statt unsere Kinder irgendwelchen Schulstrukturexperimenten mit unklaren Zielen auszusetzen“, so äußerte sich der Bundesvorsitzende des Verbandes Deutscher Realschullehrer, Jürgen Böhm, anlässlich des Beginns des Schuljahres 2011/12 in Hamburg, Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland.

Eine klare Absage erteilte Böhm allen Bestrebungen, bewährte Schularten und Bildungsgänge abzuschaffen, qualitativ aufzuweichen oder Gemeinschaftsschulen nach spanischen, finnischen oder angelsächsischen Vorbildern zu errichten. Besonders die Realschulen und die Realschulbildung sind bei Schülern, Eltern und in der Wirtschaft hoch anerkannt und der Realschulabschluss bietet beste Entwicklungsmöglichkeiten hin zu qualifizierten Berufen bis zum Hochschulstudium.

Dabei appellierte Böhm an die Verantwortlichen in der Bildungspolitik, Investitionen in Bildung bei den bestehenden Schulstrukturen zu tätigen, die vielfältigen Übergangsmöglichkeiten zwischen den Schularten klar zu kommunizieren, bewährte föderale Strukturen zu erhalten und die Qualität der drei allgemeinbildenden Schulabschlüsse - Hauptschulabschluss, Realschulabschluss und Abitur - zu festigen und deutschlandweit auf ein vergleichbares hohes Niveau zu heben. „Wer zukunftsfähige Bildungspolitik in Deutschland gestalten möchte, muss die Menschen mitnehmen, die Bedingungen im jeweiligen Bundesland beachten und kann keine Strukturen schaffen, die nicht gewollt sind oder zu fragwürdigen Ergebnissen führen. Dazu braucht man klare Grundsätze und kann keine kontur- und einfallslose Bildungspolitik betreiben, bei der CDU, SPD und Grüne kaum noch voneinander zu unterscheiden sind“, so Böhm.

Pressemitteilung in pdf-Format zum Download: PM-VDR-110812.pdf

Autor: Karlheinz Kaden, Pressesprecher