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Realschule:
Erfolgreiche Schule des sozialen Aufstiegs nicht mehr gewollt?

Realschullehrkräfte lehnen in „Offenem Brief“ Schavan-Vorstoß zur Oberschule ab

Der Verband Deutscher Realschullehrer (VDR) und der Bayerische Realschullehrerverband (brlv) wenden sich in einem „Offenen Brief“ an Bundesbildungsministerin Annette Schavan, um ihre große Verärgerung über den plötzlichen Kurswechsel in der CDU-Bildungspolitik zu verdeutlichen. Darin kritisieren sie die Ministerin, die noch vor wenigen Jahren als überzeugte Vertreterin des differenzierten Schulwesens mit Hauptschule, Realschule und Gymnasium aufgetreten ist. Mit neun gewichtigen Argumenten stellen sich die beiden Verbände im Brief gegen den Beschluss für ein zweigliedriges, vereinheitlichtes Schulmodell mit Oberschule und Gymnasium in ganz Deutschland. Sie warnen vor der Zerstörung der gesellschaftlich hoch anerkannten Realschule und fordern neben einer besseren Förderung und mehr Anerkennung für die Hauptschule auch eine größere Wertschätzung der beruflichen Bildung. Statt über kostspielige Umstrukturierungen das leistungsfähige differenzierte Schulwesen zu zerschlagen, sollte die Union die chronische Unterfinanzierung im deutschen Bildungssystem beseitigen.

„Kinder in Deutschland sind keine Verschiebegröße in immer neuen Schulformen. Wir müssen in die Köpfe unserer Kinder und nicht in Strukturexperimente investieren“, betonen die beiden Vorsitzenden Böhm und Huber.

Mit der Einladung an die Bundesbildungsministerin zum Besuch von Realschulen und Hauptschulen kommt die Sorge der Lehrerverbände zum Ausdruck, dass Schavan offensichtlich Entscheidungen ohne Rücksicht auf schulorganisatorische und pädagogische Realitäten treffen will.
Der Brief ist nachfolgend zum pdf-Download bereitgestellt: PM-VDR-offBrief-1100703.pdf

Pressemitteilung in pdf-Format zum Download: PM-VDR-1100703.pdf

Autor: Karlheinz Kaden, Pressesprecher