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Realschulbildung – unverzichtbares pädagogisches Konzept für die Zukunftsfähigkeit Deutschlands

VDR-Bundesvorstand verabschiedet in Fulda „Leitgedanken für ein zukunftsfähiges Bildungskonzept“

An fünf exemplarischen Vorgaben machte der Bundesvorstand des Deutschen Realschullehrerverbandes (VDR) am vergangenen Wochenende auf der Frühjahrstagung in Fulda sein Bildungskonzept zukunftsfest. Indem sich das Gremium klar für ein differenziertes Schulsystem, eine frühzeitige äußere Leistungsdifferenzierung nach der Grundschule, die Entwicklung und Anwendung qualitätssichernder Maßnahmen, die Beibehaltung des Realschulabschlusses und eine professionelle Lehrerausbildung aussprach, verdeutlichten die Vertreter der Landesverbände, dass aktuelle Vereinheitlichungstendenzen in einigen Bundesländern, der Qualitätsabbau in der Bildung und eine zunehmend unübersichtliche, kommunalisierte Bildungslandschaft in eine falsche Richtung gehen.

Den in Fulda entwickelten Leitgedanken lagen eine Reihe von pädagogischen Grundsatzfragen zugrunde: Wie kann es z. B. gelingen, bundesweit eine überschaubare und anerkannte Schulstruktur mit vergleichbaren Abschlüssen zu entwickeln? Weitere Ausgangspunkte waren die demographische Entwicklung in Deutschland in den kommenden Jahren, die Gewährleistung möglichst wohnortnaher Bildungsangebote sowie das Aufzeigen attraktiver beruflicher und schulischer Perspektiven bis in die Hochschule hinein.

„Um den Ansprüchen an ein zukunftsfähiges Bildungskonzept zu genügen“, heißt es in dem Verbandspapier wörtlich, „stellt sich die Frage nach einer bundesweit überschaubaren und anerkannten Schulstruktur mit vergleichbaren Abschlüssen“. Die beste Umsetzungsmöglichkeit für die Realschulbildung sieht der VDR nach wie vor in der Schaffung und Weiterentwicklung eigenständiger Realschulen. Jedoch muss Realschulbildung in verschiedenen Bundesländern, auf Grund historischer und struktureller Gegebenheiten, zumindest in eigenständigen Realschulbildungsgängen bzw. mit der Bildung abschlussbezogener Klassen umgesetzt werden können. In einem zukunftsfähigen Bildungskonzept, so stellte der Bundesvorsitzende des VDR, Jürgen Böhm, bei der Vorstellung der redaktionellen Endfassung der „Leitgedanken“ fest, komme der Realschulbildung eine Schlüsselrolle zu. Sie stelle als hoch anerkanntes Konzept die Basis einer weiteren, eigenständigen und berufsbezogenen Säule zur Hochschulbildung dar, schaffe fließende Übergänge für die Jugendlichen und sorge damit für den dringend benötigten, hervorragend qualifizierten Fachkräftenachwuchs. Der geschätzte Realschulabschluss am Ende der Sekundarstufe I gelte bundesweit als Qualitätssiegel und sei die Voraussetzung für weitere noch höherwertige Abschlüsse. Das klare Profil der Realschulbildung mit Leistungs- und Neigungsdifferenzierung, die enge Verzahnung von Theorie und Praxis mit einem charakteristischen Anwendungsbezug und einer vertieften Allgemeinbildung seien die strukturierenden Elemente einer modernen Schulart, die sich weiterhin dem sozialen Aufstieg in besonderer Weise verpflichtet fühlt.

Pressemitteilung in pdf-Format zum Download: PM-VDR-110528.pdf

Autor: Karlheinz Kaden, Pressesprecher