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„Nur mit qualitativ starken Realschulen und mit Realschulbildung kann individuelle Förderung gelingen.“

Bundesvorsitzender des Realschullehrerverbandes wendet sich gegen Einheitsschultendenzen der rot-grünen Landesregierungen in Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen und warnt die CDU-Bildungspolitiker vor der Aufgabe der Realschule und der anerkannten Realschulbildung

„Ohne ein qualitätsorientiertes differenziertes Schulwesen ist eine individuelle Förderung der Schülerinnen und Schüler nicht im erforderlichen Maße möglich.“ Diese Aussage traf der Bundesvorsitzende des VDR, Jürgen Böhm, angesichts der schulpolitischen Entwicklungen in Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen. Auf Grund der Stärke des differenzierten Schulwesens und der nachweislich hervorragenden Leistungen der Schülerinnen und Schüler sei es nicht nachvollziehbar, dass mit den von den grün-roten Landesregierungen angestrebten Strukturveränderungen erfolgreiche Schularten geschwächt und beschädigt würden. „Wer eine zehnjährige Gemeinschaftsschule mit dem Realschulabschluss als Regelabschluss einführen möchte, der sollte auch zugeben, dass der Realschulabschluss dann die derzeitige hohe Qualität nicht mehr erreichen kann“, stellte Böhm angesichts der Forderungen der beiden neuen Landesregierungen fest.

An die Adresse der CDU appellierte er nach den ersten Aussagen des Vorsitzenden der CDU-Bildungskommission Roland Wöller vom Wochenende, dass die einfache Übertragung eines „sächsischen Modells der Mittelschule“ auf alle Bundesländer an den Bildungsbedürfnissen und Bildungstraditionen breiter Bevölkerungsschichten vorbei gehe. Entscheidend für ein modernes Bildungswesen sind heute die qualitative Weiterentwicklung der anerkannten Bildungswege, die Schaffung von Übergängen und Anschlüssen und die gezielte neigungs-, begabungs- und leistungsdifferenzierte Förderung der Kinder mit verschiedensten Entwicklungsmöglichkeiten. Man sollte den mündigen Bürgern ruhig etwas mehr Vertrauen entgegen bringen. Die Eltern entscheiden sich bewusst für differenzierte Bildungswege und wollen keine überholten Strukturdiskussionen. Gerade die Realschulbildung schafft beste Voraussetzungen, dass Heranwachsende den Herausforderungen der Zukunft begegnen können. Wer einzig auf Abschlussquoten und Etiketten wert legt, wer scheinbare „Gleichheit und Gerechtigkeit in der Bildung“ verspricht, wird bald merken, dass das Ergebnis – vielleicht auch das eigene Wahlergebnis - nicht mehr stimmt. „Die Union muss sich entscheiden, wo sie ihren bildungspolitischen Schwerpunkt sieht - in einer Annäherung an Gemeinschaftsschulstrukturen oder in der klaren Profilierung differenzierter Bildungswege für den Einzelnen. Die Realschulbildung muss in einem System der Durchlässigkeit, der individuellen Förderung und der Qualität das entscheidende mittlere Element bilden“, so Böhm.

Pressemitteilung in pdf-Format zum Download: PM-VDR-110523.pdf

Autor: Karlheinz Kaden, Pressesprecher