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„Aufweichen, abschaffen, zerreden… - das reicht nicht für eine zukunftsfähige Bildungspolitik“

Landesvorsitzende und Bundesvorsitzender des Realschullehrerverbandes warnen die neue grün-rote Regierung vor Qualitätsverlust im erfolgreichen und anerkannten baden-württembergischen Bildungssystem

„Jetzt ist es so weit, die künftige grün-rote Landesregierung macht Ernst mit den seit Jahren propagierten Wahlankündigungen und bläst zur Umkehr im baden-württembergischen Bildungssystem: „Bildungsgerechtigkeit“ – so lautet die einfache Botschaft, welche öffentlichkeitswirksam an erster Stelle aus den Koalitionsverhandlungen nach außen lanciert wird“, so der Bundesvorsitzende des VDR, Jürgen Böhm. Diese Botschaft bedeutet jedoch nichts anderes als Einheitsschule, längeres gemeinsames Lernen und Verzicht auf die Grundschulempfehlung.

Man setze also da an, wo man schnell und billig Signale setzen kann, Abschaffen sei schon immer der leichtere weil einfachere Weg, heißt Vereinfachen doch auch Zurückfahren im bisherigen breit aufgestellten Angebot.

„Zurückfahren im bisherigen Bildungsangebot bedeutet ganz klar einen Rückschritt und Nivellierung der bisherigen Qualität. Einer Qualität, um die uns viele Länder im eigenen Land und im Ausland bislang beneidet haben!“, ergänzt die Landesvorsitzende Irmtrud Dethleffs-Niess.

Vielfältige Wege im Bildungsbereich und ein breit aufgestelltes Bildungsangebot seien Grundbedingungen für die Ausschöpfung von Bildungspotentialen und die so dringend benötigte Vielfalt an Bildungskarrieren. Bildungskarrieren, welche sich speisen aus individuellen, ganz persönlichen Wegen, garantiert von einem verlässlichen und durchlässigen Bildungssystem. So ausgerichtet, werde ein Schul- und Bildungssystem von Schülerinnen, Schülern und Eltern anerkannt und sei ein sicherer Garant für den für das Land existentiellen qualifizierten Nachwuchs.

Es ist ein Ammenmärchen und entspringt falscher Sozialromantik, zu glauben, dass durch Vereinfachen im Bildungsbereich und durch die Ignoranz der Einschätzung von qualifizierten Lehrkräften soziale Unterschiede abgebaut würden.

Die von Grün/Rot angestrebte Einheitsschule gleicht Unterschiede in der sozialen Herkunft von Schülern nicht aus, ignoriert die Individualität und befördert das Mittelmaß.

„Das werden sich die Menschen in Baden-Württemberg nicht bieten lassen“, so Dethleffs-Niess und Böhm übereinstimmend.

Pressemitteilung in pdf-Format zum Download: PM-VDR-110407.pdf

Autor: Karlheinz Kaden, Pressesprecher