zurück
„Grüne Vorstellungen von Bildungspolitik in Baden-Württemberg erschöpfen sich in Gleichmacherei und pädagogischen Allgemeinplätzen“

VDR-Bundesvorsitzender Böhm beurteilt nach der Landtagswahl pädagogische Zukunftstauglichkeit einer grünen „Basisschule“ kritisch

Angesichts des grün-roten Wahlsieges bei den baden-württembergischen Landtagswahlen sagte der Bundesvorsitzende des Deutschen Realschullehrerverbandes (VDR), Jürgen Böhm, dem südwestdeutschen Schulwesen in einer ersten Stellungnahme am Sonntagabend schwierige Zeiten vorher. Die bildungspolitische Substanz des grünen Wahlprogramms erschöpfe sich im Aufzählen von Schlagworten wie „Individualisierung“ und dem Einfordern von „Bildungsgerechtigkeit“ und sei bei der Darstellung von Strukturen und Bildungswesen schwammig und unpräzise. Das Austragen von Konflikten über Schulstandorte und Schulangebote schiebe man Kommunen und Schulträgern zu und befreie sich auf diese Weise von jeder Verantwortung für ein effizientes, leistungsorientiertes und zukunftsfähiges Schulsystem.

„Der grünen Basisschule“, so Böhm wörtlich, „werden Aufgaben in einer Breite und inhaltlichen Dichte übertragen, die mit einem ordnungsgemäß beschlossenen Bildungshaushaushalt selbst in Baden-Württemberg nicht zu finanzieren sein werden“. Das Verteufeln eines angeblich nicht mehr zeitgemäßen Unterrichts entspräche in keiner Weise den augenscheinlichen Erfolgen des Schulwesens in Baden-Württemberg und ignoriere die hervorragenden Leistungen der engagierten Lehrkräfte aller Schularten. „Man kann eine künftige Regierung nur davor warnen, erfolgreiche Strukturen wie das Zusammenspiel von Realschulen und Beruflichen Gymnasien zu zerschlagen“, stellte Böhm in Hinblick auf die anerkannte Realschulbildung fest.

Eine grün-rote Landesregierung werde mit ihrer Schulpolitik spätestens dann in schwere See geraten, wenn wegen des von den Grünen und deren Juniorpartner SPD zu verantwortenden Paradigmenwechsels, der propagierten Leistungsfeindlichkeit und dem Unterlaufen eindeutiger Kompetenzbeschreibungen die geeigneten Bewerberinnen und Bewerber für anspruchsvolle berufliche Ausbildungsgänge „abhandenkommen“. Baden-Württemberg mit seiner hochspezialisierten Industrie und auf dem Mittelstand basierenden Wirtschaftskraft könne sich eine solche Entwicklung nicht leisten. „Die Absolventen einer angestrebten „grünen“ Basisschule werden die technischen und sozialen Herausforderungen der kommenden Jahre nicht bestehen“, urteilte Böhm.

Pressemitteilung in pdf-Format zum Download: PM-VDR-110328.pdf

Autor: Karlheinz Kaden, Pressesprecher