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Soll Niedersachsens Schulqualität künftig nur noch auf zwei schwankenden Säulen stehen?

VDR-Bundesvorsitzender Böhm sieht erfolgreiche und anerkannte Realschule und Realschulbildung in Niedersachen durch Oberschul-Pläne in Gefahr – auch die Gymnasien dürften sich nicht freuen

„Der niedersächsische Kultusminister Althusmann gibt mit seinem geplanten Kurs wichtige bildungspolitische Positionen und das Erfolgsmodell Realschule auf“, befürchtet der Bundesvorsitzende des VDR.

Mit seinen gestern veröffentlichten Plänen über eine Neugestaltung der Sekundarstufe I in Niedersachsen rücke der niedersächsische Kultusminister deutlich von bisher als richtig erkannten schulpolitischen Positionen und von der erfolgreichen Schulform Realschule ab. Eine einseitige und kurzsichtige Fixierung auf ein „Zwei-Säulen-Modell“ werde von Einheitsschulvertretern als Hinwendung zur Einheitsschule verstanden. Das sei weder mittel- noch langfristig eine richtige Antwort auf die Herausforderungen der Zukunft. Daran ändere sich auch durch das vage Versprechen, die Einrichtung eines Gymnasialzweigs an der künftigen Oberschule zu ermöglichen, nichts Wesentliches.

Die richtige Antwort wäre der qualitative Ausbau der Realschulen und der Realschulbildung in Niedersachsen und nicht deren Beseitigung. Viel wichtiger wäre es gewesen, die Übergänge zwischen Schularten mit unterschiedlichen, d.h. auf die jeweiligen Schülerinnen und Schüler zugeschnittenen pädagogischen Konzepten zu verbessern und aus diesen spezifischen Angeboten Anschlussmöglichkeiten bis hin zu Hochschule zu stärken. Unsere Gesellschaft braucht vielfältige Entwicklungsmöglichkeiten und keinen Trend zur Vereinheitlichung unter ständig wechselnden kommunalen Vorzeichen. Das nutzt dem einzelnen Schüler mit spezifischen Fähigkeiten und Fertigkeiten gar nichts. Und eine Zusammenlegung von Schularten löst schon gar keine Probleme.

„Die Ratschläge des Kultusministers Althusmann in Richtung Bayern und Baden-Württemberg sich dieser Fehlentwicklung anzuschließen, kann sich der Minister auf Grund der sehr guten Leistungsbilanz der beiden Länder, die gerade durch starke Realschulen getragen wird, wirklich sparen“, so Böhm.

Pressemitteilung in pdf-Format zum Download: PM-VDR-101028.pdf

Autor: Karlheinz Kaden, Pressesprecher