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Deutsche Sprache ist integratives Hauptelement für Bildungserfolg

Der Bundesvorsitzende des Deutschen Realschullehrerverbandes, Jürgen Böhm, betonte nach den Diskussionen auf der 331. Plenarsitzung der Kultusministerkonferenz, dass das Beherrschen der deutschen Sprache den Hauptindikator für schulische Bildung darstellt. Die Grundvoraussetzung für den Bildungserfolg sei, die Sprache des Landes zu beherrschen, in dem man lebt. Böhm betonte, dass es nicht darum gehe, die Herkunftssprache der Jugendlichen zu unterdrücken oder zu verleugnen, denn ebenso wichtig sei es natürlich auch, die Sprache und Kultur der Eltern zu kennen und zu pflegen. Neben strukturellen und materiellen Voraussetzungen sei dabei vor allem die Bereitschaft der Migranten vonnöten, sich mit Kultur, Geschichte und Sprache Deutschlands intensiv auseinanderzusetzen und Deutsch als Verkehrssprache anzunehmen. Abschottung und die Schaffung von Parallelwelten vertieften die Probleme nur noch mehr, stellte Böhm klar.

Scharf kritisiert der VDR-Bundesvorsitzende Politiker, wie zum Beispiel den Regierenden Bürgermeister von Berlin, Klaus Wowereit, die die Lösung aller Integrationsprobleme allein in die Schulen verlagern möchten. Wenn man die Bildungseinrichtungen nicht mit den notwendigen personellen und materiellen Ressourcen ausstatte, werde es schwer werden, die richtigen pädagogischen Schritte zu vollziehen. Der Idealismus der Kolleginnen und Kollegen werde zu häufig dazu benutzt, um notwendige Investitionen in kleine Klassen, bessere Ausstattungen der Schulen, Schulsozialarbeit und die personelle Aufstockung der Kollegien zu vernachlässigen. Die Strategie des „Kleinredens“ und „Schönredens“ des Problems sei endgültig gescheitert. Auch die Flucht sogenannter Bildungsexperten in medienwirksame Schulstrukturdebatten und die längst überholten Vorstellungen der Einheitsschule werde den betroffenen Kindern nicht weiterhelfen.

„Gerade die Realschulen mit ihrem spezifischen Bildungsangebot und dem Theorie-Praxis-Bezug haben sich in den vergangenen Jahrzehnten als die Schulen des sozialen Aufstiegs durch Bildung erwiesen und vor allem auch Heranwachsenden mit nichtdeutschen Wurzeln Übergänge in qualifizierte Berufe und zu Hochschulstudiengängen geebnet“, betonte Böhm.

Pressemitteilung in pdf-Format zum Download: PM-VDR-101017.pdf

Autor: Karlheinz Kaden, Pressesprecher