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Inhaltliche Weiterentwicklung bewährter Schularten statt unüberlegter Strukturexperimente

Geben die Christdemokraten ihre Verantwortung in der Bildungspolitik vorschnell preis?

Die anhaltenden Diskussionen um eine mögliche Große Koalition in Nordrhein-Westfalen nahm der Vorsitzende des Deutschen Realschullehrerverbandes, Jürgen Böhm, zum Anlass, sich erneut besorgt über die Fähigkeit der CDU zur klaren Positionierung in der Bildungspolitik zu äußern. „Es droht sich scheinbar zu wiederholen, wie die CDU in jüngerer Zeit mit ihrer Bildungspolitik in der Öffentlichkeit wahrgenommen wird: zögerlich, desorientiert und allzu rasch zu faulen Kompromissen bereit“, so Böhm.

Der VDR-Vorsitzende appellierte an die CDU und ihren nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Rüttgers, die gerade angelaufenen Koalitionsverhandlungen mit der SPD als Gelegenheit zu nutzen, um ihr Profil in landespolitisch besonders relevanten Bereichen zu schärfen und offensiv zu vertreten. Dazu eigne sich die Bildungspolitik in besonderer Weise. Nordrhein-Westfalen verfüge über ein leistungsfähiges, allseits anerkanntes Schulwesen mit anerkannten Schularten, das jedem Schüler und jeder Schülerin erlaube, einen seinem bzw. ihrem Leistungsvermögen und Leistungswillen entsprechenden Abschluss zu erwerben, mit dem anschließend erfolgreich entweder eine berufliche Ausbildung oder eine studienorientierte Fortsetzung der schulischen Karriere begonnen werden könne. Es bestehe deshalb keinerlei Anlass, die erfolgreiche Arbeit der nordrhein-westfälischen Lehrkräfte und der Landesregierung auf dem Gebiet von Schule und Bildung während der vergangenen Jahre durch Zugeständnisse in Richtung Einheitsschule zu verwässern. Das Beispiel der Freien Hansestadt Hamburg und das dortige Volksbegehren zeige, wohin Koalitionen ohne klare bildungspolitische Grundsätze geraten.

„Nicht die einfache Übertragung von irgendwelchen Schulstrukturen beantwortet die bildungspolitischen Fragen der Zeit, sondern die inhaltliche Weiterentwicklung erfolgreicher Schularten, wie zum Beispiel der Realschulen in NRW. So können mit dem Ausbau der vorhandenen Übergangsund Anschlussmöglichkeiten zukunftsweisende Antworten für die Schülerinnen und Schüler gegeben werden“, so Böhm.

Pressemitteilung in pdf-Format zum Download: PM-VDR-100530.pdf

Autor: Karlheinz Kaden, Pressesprecher