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Verband Deutscher Realschullehrer kritisiert spickmich-Urteil.

Der Bundesgerichtshof hat mit seinem spickmich-Urteil das Mobbing gegen Lehrkräfte legalisiert. „Die Signalwirkung, die von diesem Urteil ausgeht, ist verheerend“, kritisiert Albert Obert, Vorsitzender des Verbandes Deutscher Realschullehrer.

Wer sich fragt, warum es so schwierig ist, qualifizierten und kompetenten Lehrernachwuchs zu gewinnen, der findet im spickmich-Urteil eine weitere Antwort.

Das Gericht hat das Recht auf freien Meinungsaustausch über die Persönlichkeitsrechte der betroffenen Lehrkräfte gestellt. Aber was ist das für ein Meinungsaustausch, wenn er anonym, manipulierbar und einseitig bleibt? Die Lehrkraft, die einen Schüler benotet, ist in der Regel in der Lage, dem Schüler oder seinen Eltern diese Note plausibel zu erklären. Bei spickmich kann sich jeder hinter der Anonymität des Internets verschanzen und Lehrerinnen und Lehrern aus Frust oder Spaß oder Langeweile ein paar Sechser verpassen. „Lehrer haben eine andere Aufgabe als Handwerker, Restaurantbetreiber oder Hoteliers, die um Kunden werben und sich daher einer Bewertung ihrer Betriebe und Leistungen im Internet ausgesetzt sehen. Lehrer werben aber nicht um Kunden. Lehrer sollen jungen Menschen dabei helfen, ihren Platz in der Gesellschaft und im Berufsleben zu finden“, betont Obert. „Gegen einen fairen Austausch, gegen eine Dialogkultur, hat niemand etwas einzuwenden. Doch das gehört an die Schulen und nicht ins Internet.“

Pressemitteilung in pdf-Format zum Download: PM-VDR-090624.pdf

Autor: Jochen Smets, Pressesprecher