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Lehrer entlasten, um Schülern zu helfen

Eine Woche nach dem furchtbaren Amoklauf von Winnenden kursieren viele Vorschläge, wie eine solche Tat in Zukunft verhindert werden kann. Klar ist: Einen hundertprozentigen Schutz kann es nicht geben, auch nicht durch Verbote und schärfere Gesetze, erklärt der Verband Deutscher Realschullehrer. „Am wichtigsten sind mehr Zuwendung und menschliche Nähe. Daran fehlt es in manchen Elternhäusern – und vielleicht auch in manchen Schulen. Wir brauchen eine Kultur des Hinhörens und Hinsehens aller Beteiligten “, betont VDR-Vorsitzender Albert Obert.

Dazu sollte die Politik aber nicht nur gute Worte in den Mund, sondern auch Geld in die Hand nehmen. Die Ausstattung mit Schulsozialarbeitern und Schulpsychologen ist nirgendwo ausreichend. Lehrer sind neben ihrer unterrichtlichen Tätigkeit oft zu stark mit Verwaltungsaufgaben belastet. „Die überwältigende Mehrheit der Lehrkräfte wäre bereit, über den Unterricht hinaus mehr Zeit in Erziehung, in Gespräche und Kontakte mit Schülern zu investieren. Doch dazu müssten sie an anderer Stelle entlastet werden“, so Obert.

Mehr Präventionsarbeit an Schulen und Erziehungspartnerschaften zwischen Schulen und Familien sind höchst wünschenswert. Politiker, die dies fordern, müssen aber auch sagen, wie es finanziell und personell umsetzbar ist.

Pressemitteilung in pdf-Format zum Download: PM-VDR-090317.pdf

Autor: Jochen Smets, Pressesprecher